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Die Fliege (1958)

von Robin Längert

Nachdem wir letztes Jahr das Remake von David Cronenberg mit Stolz präsentiert haben, ist heute der gleichnamige Originalfilm Die Fliege an der Reihe, welcher wiederum auf eine Kurzgeschichte von George Langelaan basiert. Als kleinen Star-Zuwachs konnte man Vincent Price für eine größere Nebenrolle gewinnen.

Wie auch bei Cronenberg erzählt das 28 Jahre ältere Original von einem missglückten Teleportationsversuch, bei dem sich die Moleküle eines Wissenschaftlers mit denen einer Stubenfliege vermischen. Der große Unterschied zwischen den beiden Filmen liegt darin, dass in dem ’58er keine langsame Transformation stattfindet, sondern der Wissenschaftlicher unmittelbar die Körperteile getauscht hat. In diesem Falle sind es der linke Arm und der Kopf.

Mittlerweile ist der Film sage und schreibe 60 Jahre alt. Seine Idee des Beamens hatte sogar Einfluss auf die Science-Fiction-Serie Raumschiff Enterprise. Auch heute noch kann man dem Film einiges abgewinnen, auch wenn er eher einem hochwertigem B-Movie gleicht. Grund dafür sind das durchaus schwache Frauenbild und die naiven, wissenschaftlichen Grundlagen gegenüber der vollkommen gelungenen Atmosphäre.

Science-Fiction-Filme aus den Fünfzigerjahren sind geradezu immer mit einem leichten Lächeln zu betrachten. Oft sind es die Überambitionen, physikalische Prozesse in Schein-detaillierter Genauigkeit zu beobachten, welche den Filmen ihr Alter deutlich ansehen lassen. Die Fliege ist dabei keine Ausnahme. Auch dieser Film hat unter dem Bild der Technik, sowie der Fantasie von neuen, wissenschaftlichen Grenzen zu leiden. Trotzdem macht jene unverbraucht wirkende Fantasie deutlich Spaß zu gucken. Darüber hinaus ist noch der geringe Horrorfaktor anzumerken; Neben der bereits erwähnten immer noch wirkungsvollen, düsteren Atmosphäre ist der Enthüllungsmoment -und damit auch die Maske des Fiegenkopfes- gemeint. Diese schafft es heute noch einen Hauch von Ekel zu erzeugen, was keineswegs selbstverständlich ist bei solch urigen Spezialeffekten. Dennoch muss man gestehen, dass der Film dennoch nicht weitaus mehr zu bieten, da die Geschichte ebenso plump bleibt wie die Charaktere selbst.

Für mich persönlich ist Die Fliege immer noch ein besonderes Filmerlebnis, da ich ihn zu meiner Grundschulzeit ein halbes Dutzend mal gesehen habe. Heute betrachte ich ihn weitaus kritischer, doch ist der Charme der gesamten Umsetzung keineswegs verloren vergangen. Noch dazu bieten die 94 Minuten Laufzeit garantierte Unterhaltung der einfachen Klasse.

Empfehlenswert für Halloween, weil Retro-SF mit Horroreinflüssen immer für gute Stimmung sorgt. Was letztes Jahr bei uns Jack Arnorlds Tarantula war, ist dieses Jahr der Nachfolger des Insekten-Terrors Die Fliege.

Alle Bildrechte obliegen dem Verleih ©20th Century Fox.

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