X-Men: Apocalypse

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The third one is always the worst.


Ein Satz wie er reflektierender nicht sein könnte, denn Brett Ratners Trilogieabschluss „X-Men: Der letzte Widerstand“ fällt qualitativ leider aus dem Raster. Nun repräsentiert „X-Men: Apocalypse“ seit Reanimation von Matthew Vaughn erneut einen dritten Teil und bildet dort ebenfalls den schlechtesten Vertreter, was jedoch nichts daran ändert, dass es sich hierbei um einen starken Superheldenfilm handelt. Mit dem Auftreten durch Apocalypse, dessen Gestalt bereits in der After Credit Szene von „X-Men: Zukunft ist Vergangenheit“ veröffentlicht wurde, muss sich die neue Generation, bestehend aus Beast, Jean Grey, Cyclops, Nightcrawler, Quicksilver etc. im Kampf bewähren. Nach seinem sehr affektüberladenen Prolog im alten Ägypten, geht Bryan Singer die Narration jedoch etwas gemächlicher an. Nachdem das X-Men Universum mit Days of Future Past erneuert wurde, führt Charles die Schule zusammen mit Hank, während Eric mit Frau und Kind in Polen lebt und Mystique in Deutschland unterwegs ist um Nightcrawler zu rekrutieren. Besonders die Geschichte von Magneto bekommt hier großen Fokus und erschafft einen tragischen Charakter, um dessen Affekthandlung, das Anschließen an die Apocalypse Truppe, nachvollziehbar zu machen. In seiner langen, teilweise auch recht überambitionierten Exposition, bekommt jeder Charakter seine eigenen Szenen mit guter Charaktertiefe, auch wenn einige leider nicht die Chance bekommen ihre schablonisierte Oberfläche auszubauen. Insbesondere Nightcrawler bekommt kaum die Chance neben seinem deutschen Akzent aus der Masse hervorzustechen.

 

In seiner Bildgewalt jedoch, ist X-Men Aoocalypse überwältigend, sei es die tolle Eröffnungssequenz im alten Ägypten oder dem eskalierenden Finale, in seiner Gewaltdarstellung überraschend explizit und blutig und doch bekommt das Gefühl, dass das X-Men Universum kurze Zeit stagniert. Ein standardisierter Bösewicht mit großen Absichten aber kaum Präsenz oder Authentizität, der übliche Seitenwechsel von Magneto und natürlich der Sinneswandel am Ende. Stellenweise wirkt es so, als würde Singer alles daran setzten, die Opulenz von Days of Future Past nochmals übertrumpfen zu wollen, denn spätestens wenn im Finale alle Register der Destruktion gezogen werden, mangelt es manchmal an Übersicht, die Inszenierung ist zu fokussiert auf optische Schönheiten anstelle vom Kampf der Schüler und Ernüchterung ist das Resultat, während Hugh Jackman vorher den Fanservice bedient. Abgesehen davon  ist X-Men: Apocalypse jedoch ein gutes X-Men Abenteuer mit Tragik, Humor, angenehm dosierter Action und blassem Antagonisten. Manchmal etwas zu überambitioniert und zu unübersichtlich, aber hartes, abwechslungsreiches Popcornkino, dass das Cap 3 Debakel angenehm ablöst. Nicht nur, weil sich mit der Auschwitz und der Waldsequenz zwei wirklich tief emotionale und wuchtige Sequenzen im Gehirn einprägen, sondern weil das Ziel einer Fortsetzung hier wirklich erfüllt werden kann! Die Quicksilver Sequenz, die bereits in der Pentagonküche zum Staunen geführt hat, ist nichts im Gegensatz zu der Schülerrettung unter musikalischer Begleitung von den Eurythmics die erneut die Tricktechnik revolutioniert!

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