The Lords of Salem

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Rob Zombie entfernt sich erstmal von der Extremkost ala “The Devils Rejects” und “Halloween 2” und widmet sich dem Okkultismus. Dabei fällt auf, dass “The Lords of Salem” den Weg des Minimalismus einschlägt und geprägt ist von einer eigenen exzentrischen Inszenierung, die sich am besten als sinnfickenden grotesken Alptraum beschreiben lässt. Wer den Trip als vollen vulgären Absturz erleben möchte, braucht jedoch Geduld, denn viel mehr gleicht Zombies Tempo einem schlichtweg katatonischen Grundtonus, in dem sich das Grauen auf leisen Sohlen unaufhaltsam in den Fokus rückt und es viel mehr die poetischen Bilder sind, die einem Angst einjagen, als viel mehr übersinnliche Effekte und generische Standardeffekte. Auf “The Lords of Salem” muss man sich psychisch einstellen, denn sonst überfordert das breitfächrige Spektrum an erotischen Neonfantasien und doch wirkt der Film so ausgelassen, wie kein anderer Zombie zuvor. Auch wenn gegen Ende einfach der richtige Schliff fehlt und die Einwirkungen von okkulten Teufelsgeburten mit eigener Tripoptik deutlich zu überambitioniert wirkt. “The Lords of Salem” ist kein Film mit großem Inhalt, sondern ein nicht enden wollender surreal bizarrer Bilderrausch der, wie bereits gesagt, zum Ende seinen Ambition in nicht irdische Einheiten katapultiert, dafür aber für offene Mundstarre sorgen wird. Nun könnte man ewig zirkulieren und ewig die Optik und den Stil fanatisch abfeiern, doch sollte jeder selbst die Erfahrung machen und diesen Film sehen, denn “The Lords of Salem” ist nicht nur die deutlich kostengünstigere Alternative zu LSD, sondern auch die gesündeste Art auf einen Trip zu kommen.

Empfehlenswert für Halloween weil: Gelangweilt vom ewig genersichen Standardmüll und Lust auf etwas experimentelles mit vielen Anleihen am europäischen Horrorkino? Dann seht euch diesen Film an und verliert im exzentrischen Bilderrausch, der wirklich Angst macht! Und Sheri Moon gibts auch noch als Bonus!

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