Angriff der Lederhosenzombies

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Wenn die Mordsgaudi in der Apres-Ski Hütte eures Vertrauens plötzlich wirklich zur Mordsgaudi wird und Blut und Innereien der Partygäste nicht mehr von der Kotze zu unterscheiden ist, könnte der Winterurlaub doch eigentlich gar nicht besser laufen oder? Schnapsleichen werden zu menschenfressenden Untoten und das Snowboard, das dir im Ride deines Lebens den perfekten Halt gab, lässt sich kinderleicht zum Kopfspalter der Apokalypse umfunktionieren.

Angriff der Lederhosenzombies ist die Art von Film, die heutzutage leider kaum noch zu finden ist. Ein paar Freunde schnappen sich etwas Geld, jede Menge Kunstblut und Prothesen und inszenieren einen liebevoll gemachten Splatterspaß, der in seinen besten Momenten durchaus die Art von Euphorie auslöst, wie Braindead einst vor 25 Jahren. Die Geschichte ist simpel gehalten, das Budget sichtlich begrenzt, weswegen Angriff der Lederhosenzombies nach seiner kleinen Eskalation lieber erstmal einen Gang herunterschaltet. Problematisch wird es dabei jedoch, wenn wir gezwungen sind uns mit den Charakteren in stumpfsinnigen Dialogen aufzuhalten. Eine Entwicklung vollziehen diese nämlich nicht, im Gegenteil! Ihre Rollenfunktion wird bereits sehr früh auf die üblichen Helden festgelegt, während der Rest als Futter fungiert. Das bremst, wie bereits erwähnt, die Handlung stark aus und sorgt für leises Stöhnen, denn bis sich der rote Lebenssaft wieder ergießen darf, ist die Laufzeit bereits im letzten Drittel angekommen.

Dann darf Angriff der Lederhosenzombies jedoch endlich ordentlich freidrehen und ergötzt sich an Innereien, blutrünstigen Kills und einigen kreativen Ideen der Zombiebeseitigung. Und wenn man dann nach knapp 80 Minuten die Abspann sieht, bleibt von dem Spaß kaum noch etwas übrig. Schlimm ist das allerdings nicht, denn immerhin hatte man Spaß mit einem herzhaften produkt gehabt, in dem man die investierte Leidenschaft ordentlich spürt. Und das macht letztendlich auch den Charme von Angriff der Lederhosenzombies aus und sollte zumindest auch dazu anregen wenigstens die Leihgebühr für dieses minimalistische Splatterfest auszugeben. Natürlich kommt man damit nie über das Qualitätskriterium des Mittelmaßes hinaus, eine schlechte Erinnerung wird jedoch nicht im Kopf bleiben. Vielleicht bekommen ja einige Amateurfilmer auch den Mut, endlich die Kamera vom Dachboden zu holen und die Liebe zum Indie-Splatterkino aufflammen zu lassen. Man würde es sich wirklich wünschen!