Arsen und Spitzenhäubchen

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Morgen ist es endlich soweit. Der Tag, auf den wir seit 30 Tagen sehnlichst hinfiebern, steht unmittelbar vor unserer Tür. Kürbisse, Süßigkeiten, Gespenster und Berge von gelb-orangenem Laub sind in dieser Nacht ganz und gar nötig um dem Geist von Halloween nahe zu kommen. Diese traditionellen Blickfänger platziert Regisseur Frank Capra in seine rabenschwarze Komödie Arsen und Spitzenhäubchen mit viel Liebe zum Fest des Schreckens.

Hexen auf Besen und pechschwarze Kater im Intro dieses Screwball-Klassikers stimmen bereits voller Freude auf die Glorifizierung des herzlichen Schreckens ein, die in den darauffolgenden zwei Stunden zuckersüß durchgeführt wird. Zwar gibt es in dieser Zeit keine oben genannten Gespenster zu sehen, dafür aber eine Reihe gnadenloser Running Gags gegenüber Frankenstein – oder jemandem, der ihm zum verwechseln ähnlich sieht. Hinzu kommen noch massig andere Gags in Serie, die die ohnehin hohe Geschwindigkeit der Erzählung auf Hochtouren bringt.

Wie auch immer blüht Cary Grant zwischen blitzschnellen Wortgefechten in seiner Rolle als überfordertes Opfer mit ganzem Körpereinsatz auf. Somit stellt er seine Kollegen mit Leichtigkeit in den Schatten. Es ist seltsam, aber eine solch ausgelassene, verpielte Darbietung ist in heutigen Komödien seit Jim Carrey nicht mehr auffindbar. Umso mehr ist seine ausgeflippte Offenheit zu schätzen, die trotz aller Überdrehtheiten ganz und gar vertraut wirkt.

Arsen und Spitzenhäubchen ist in unseren 31 Days of Fright eine Art Debüt, da es der erste Nicht-Horrorfilm ist. “Furcht” sucht man schließlich hier vergebens. Dafür, und das ist uns in der Reihe beinahe wichtiger, trägt er sein Herz für Halloween am rechten Fleck. Selbst wenn es nur Grant und seine Filmgattin Priscilla Lane sind, die zu Beginn um die mit Laub bedeckten Grabsteine hüpfen, ist das ein perfektes Bild für die herbstliche Stimmung des Oktobers. Der rabenschwarze Humor über die Leichtfertigkeit des Mordens ist jedoch der eigentliche Star des Films. Dass das Geschehen sogar auf wahren Begebenheiten beruht und diese eiskalt zur Komödie konvertiert wurden, geben ihm schließlich die absolute Daseinsberechtigung für die Frights.

Da das letzte Wort wie immer unser herzlicher Chefredakteur hat, verabschiede ich mich bereits von den 31 Days of Fright und bedanke mich an alle, die uns durch die beste Zeit des Jahres begleitet haben. Nächstes Jahr könnt ihr selbstverständlich wieder mit unserem Special-Monat rechnen. Bis dahin wird sich noch einiges auf unserer Website verändern. Seid gespannt!

Empfehlenswert für Halloween, weil der rabenschwarze Humor an keinen anderen Tag sehnlicher erwünscht ist. Noch dazu spielt der gesamte Film am Halloweenabend. Wenn das kein Muss für den 31. Oktober ist, wissen wir auch nicht weiter.

Alle Bildrechte obliegen dem Verleih ©Warner Bros.