Bronco Billy

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Clint Eastwood-Retrospektive #7

Bronco Billy ist ein Streifzug durch das Land, das einmal der Wilde Westen war. Ein Trip durch ländliche Kleinstädte durchzogen von uramerikanischen Geistern. Erzählt wird die Geschichte einer klapprigen kleinen Wild-West-Show, die sich am Rande ihrer Existenz von Show zu Show kämpft. Die Mitglieder sind verschrobene Artisten, denen das Leben wenig geschenkt hat. Und somit für die totgeglaubte Millionärserbin Antoinette Lilly ein regelrechter Kulturschock, die Eastwood auf dem Weg zu ihrem Erbe das Proletariat kennen lernen lässt.

Bronco Billy Szene

In gewisser Weise erweckt Bronco Billy den Anschein, eine Komödie zu sein. So lassen sich zumindest diese immer wieder eingesträuten und schon damals ausgelutschten Gags beschreiben, die immer wieder mit wenig Gespür für Pointen ihren Weg in den Film inszeniert und geschrieben wurden. Eastwood ist kein Komödienregisseur, das merkt man hier deutlich. Umso faszinierender ist es, wie er den Charme des Scheiterns zur lockeren Triebfeder dieses Filmes macht. Wo immer etwas schief geht, seien es Zirkusnummern oder Zwischenmenschliches, Eastwood findet dort eine heitere und produktive Note. Der Zusammenschluss der kaputten Schicksale wird somit auch zu einem Team aus Träumern, denen die Nummern vor Publikum erlauben zu sein, was sie sein wollen. Der finale Applaus hat in dieser Hinsicht eine mehrfach befriedigende Wirkung; das Leben auf der Bühne lohnt.

Dabei will dieser Film doch so wenig. Er ist so natürlich und unaufgeregt, man fragt sich für welche Zielgruppe, dieser Film gemacht wurde. Da spricht nämlich auch auf alle Fälle die konservative Weisheit Eastwoods aus dem Film, die sich ständig aber selbstreflektiert. Schade ist somit erst recht, dass sich diese Eingebungen des Regisseurs irgendwann im Kreis drehen. Denn Bronco Billy ist zwanzig Minuten zu lang. Das ist keine schlimme Langeweile, die da aufkommt, da man mit Eastwood gerne durch diese Käffer zieht, aber der Verstand des Zuschauers wird auch kaum gefüttert und ästhetisch ist „Bronco Billy“ gewiss auch nicht die beste Leistung des Regisseurs. Dieser Film hat gewiss seine Defizite.

Und doch:  Bronco Billy ist ein typischer Eastwood und somit ganz automatisch ein guter Film. Ein beruhigender Film von scheiternden Träumern, keinesfalls aber gescheiterten Träumen.

Die Bildrechte obliegen dem Verleih ©Warner Bros.