Das Schicksal ist ein mieser Verräter

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Wenn ein Film sich direkt zu Beginn eine selbsternannte Grundprämisse als Ausgangspunkt setzt, erwartet man als Zuschauer auch die daraus resultierende Konsequenz. Bei “Das Schicksal ist ein mieser Verräter” besagt diese, dass es nicht nötig ist eine traurige Geschichte traurig zu erzählen sondern die Narration einer Geschichte mit ernstem Hintergrund auch in lockeren Tönen erfolgen kann. Zumindest bekommt man bei der Exposition noch halb das Gefühl vermittelt, dass die Darstellung tödlicher Krankheiten hier bei weitem nicht so klischeetriefend ist und es auch nicht versucht wird den Zuschauer mit schmierigsten Mitteln zum Gefühlsausbruch zu zwingen. Leider vernachlässigt der Film im Laufe der Spielzeit die Prämisse und rattert eine Liebesgeschichte und “Krebs”-drama routiniert herab, ohne seinen Charakteren die Möglichkeit zu lassen mehr als Silhouetten zu sein. Auf die innere Gefühlswelt wird kein großer Fokus gelegt und so erlebt man (nach gewissen Zeit sehr ermüdend) die Irrrungen und Wirrungen zweier Teenager, die vor Zucker nur so triefen und nur noch mit einem Fuß im Leben stehen. Hält sich die Klischeelastigkeit in der ersten Hälfte noch auf Sparflamme feuert Regisseur Josh Boone spätestens in der letzten Stunde Bomben auf die Zuschauer, die nur noch dazu anregen sollen Mitgefühl zu zeigen.

Zum Ende handelt es sich dabei dann leider nur noch um Szenen, die bei einem Publikum funktionieren die nah am Wasser gebaut sind (mit Gefahr auf Dehydrierung wenn´s vorbei ist), was gleichzeitig als Peitsche für die ursprüngliche Prämisse wirkt. Das Schicksal ist ein mieser Verräter kann sich nicht von üblichen Durchschnittsprodukten abheben, sondern erwärmt altbekanntes mit neuer Verpackung in der Hoffnung, dass es keiner bemerkt. Auch die zusätzliche Verwendung von neumoderner Chartmusik ist fragwürdig wenn sich plötzlich neben melancholischen Klängen von Ed Sheeran Bassgedröhne von Charlie XCX gesellt. Doch nicht alles ist hier schlecht, denn das Darstellergespann Woodley/Elgort versprüht Harmonie und schafft das teilweise auf den Zuschauer abzuleiten und auch einige wohlwollende Szenen lassen in 2 Stunden finden. Die Masse dieser Szenen ist jedoch weit unter dem Durchschnitt und so hat man “Das Schicksal ist ein mieser Verräter” bereits tausende Male zuvor gesehen, nur mit anderem Grundkonstrukt. Und die Anzahl der Versuche Tränen zu erzeugen dürfte in die Filmgeschichte eingehen.

schicksal

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