Deathgasm

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Gleich vorweg, ein zweiter Braindead ist „Deathgasm“ nicht, auch wenn er von Splatterfreaks mit kleinem Budget und handgemachten Effekten gemacht wurde und etwas Unterstützung von Peter Jacksons Effektschmiede WETA bekommen hat. Viel mehr handelt es hier um ein Herzensprojekt von Fans für Fans.

Die Liebe zum Genre und zur Arbeit ist dabei unverkennbar, wenn in bester Evil Dead Reminiszenz aus einem Buch gespielt wird und die Apokalypse im Höchstgeschwindigkeit in einer Kleinstadt ausbricht. Im Mittelpunkt die Außenseiter der ländlichen Idylle, zwei Metalfreaks, ein Nerd und ein Typ mit Vorliebe für gutes Essen, die zu Helden heranwachsen und bestückt mit Kettensäge, Axt und Co. dabei sind, die Stadt von der Plage zu befreien. Da wird zerhackt, zerteilt, aufgespießt und enthauptet, auf dass der Bildschirm in roter Lebenssuppe ertrinkt und handgemachte Innereien den Asphalt neu zementieren. Das ist oft mit praktischen Effekten verbunden und bringt die Sonne zum Scheinen bei Gorehounds. Narrativ ist das  berechenbar und klischeehaft, keine Frage, aber mit solch einer Liebe zum Film und zur Musik verbunden, dass man dem blutrünstigen Spektakel nicht richtig böse sein kann. Sicherlich lässt sich Leerlauf nicht vermeiden, die Verwendung unnötiger Jump-Scares und kleinen Einfällen die doch etwas zu Over the Top sind und durch des fehlenden Budgets in ihrer Wirkung lächerlich sind.

Doch die Ehrung der Musikrichtung Metal und Huldigung genrebestimmender Filme (Evil Dead, Braindead), die für Soundtrack und Inszenierung ausschlaggebend sind, machen in ihrer Symbiose für nicht einmal 90 Minuten schwachsinnigen Spaß, wenn sich der typisch morbide Humor aus Neuseeland hinzu gesellt, der seinen Höhepunkt in einem Kampf mit zwei Dildos und deren kreativen Einsatz im Töten von Zombies wiederfindet. Das hat mit hoher Filmkunst nichts am Hut und will nie mehr sein als ein nettes Häppchen für zwischendurch. Zum Deathgasm wird es da sicherlich nicht kommen, die mit Liebe gemachter Splattersause, setzt sich jedoch gerade mit seiner charmanten Art und dem teils brachialen Gore einfach im Kopf fest. Das beste Dessert für eine Gore&Beer-Night!

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