Ewige Jugend

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Regisseur Paolo Sorrentino („La Grande Bellazza“) präsentiert in seinem neusten Film das Leben rückblickend aus der Sicht zweier Senioren.

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„Ewige Jugend“ ist kein Film, den man mal nebenbei schauen und anschließend schnell wieder vergessen kann. Paolo Sorrentino stimmt den Zuschauer durch sein Werk zutiefst nachdenklich, sowohl über den Film als auch das eigene Leben. Denn mit diesem Thema beschäftigt sich „Ewige Jugend“; dem Leben, aber auch dem Tod. Aus der Sicht zweier Senioren erzählt blickt der Film zurück auf die Vergangenheit, die Jugend beider, die Erfahrungen, die sie gesammelt haben, sowohl zusammen wie individuell. Dabei verfällt „Ewige Jugend“ glücklicherweise niemals dem Kitsch, bleibt stets auf einer angenehmen, emotionalen Ebene ohne dabei allzu sehr auf die Tränendrüse zu drücken. Denn Sorrentinos Intention ist nicht eine oberflächliche emotionale Regung, so wie sie in zu vielen Filmen hervorgerufen werden soll, sondern eine innere, vom Herzen kommende. Dabei sind insbesondere die kleinen, auf den ersten Blick unbedeutenden Szenen ausschlaggebend für die Emotionalität, wie wenn über frühere Jugendlieben oder Fehler in der Vergangenheit gesprochen wird. Die Alltagssituationen, und natürlich insbesondere die Rückblicke, gehen dem Zuschauer nahe, beinahe kann man schon von Selbstidentifikation sprechen.

Dabei ist die poetische und philosophische Bebilderung Sorrentinos entscheidend für das Hervorrufen dieser Gefühle, denn optisch ist „Ewige Jugend“ schlichtweg brillant, sowohl in seinen surrealen Momenten wie auch in alltäglichen Szenen, die einen ganz gewöhnlichen Spaziergang von Vater und Tochter zeigen. Insbesondere schauspielerisch überzeugt „Ewige Jugend“ auf allen Ebenen. Michael Caine, der die Wandlung des beschäftigten Vaters zum wirklichen Elternteil hinlegt, spielt die Figur so gewitzt wie seriös zugleich, dass das Schauspiel an Authentizität kaum zu überbieten ist. Harvey Keitel, der dessen besten Freund und zugleich einen Regisseur spielt und mit ihm gemeinsam über das Leben philosophiert, und dabei durch seine einerseits lockere, andererseits in seine Rolle eingeengte Art überzeugt übertrumpft Caines Leistung sogar noch minimal. Somit ist „Ewige Jugend“ zum einen ein wunderschöner Film über das Leben, zum anderen aber auch ein Film über Freundschaft und Beziehungen. „Ewige Jugend“ ist eine herrlich-gelungene Symphonie aus Bild und Ton, deren Thematiken von Sorrentino gleichzeitig sachlich sowie emotional behandelt werden, und, insofern man sich auf diesen Film einlässt, den Zuschauer auch noch längere Zeit durch das eigene Leben begleiten werden.

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