„ExitUs“

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Betrachtet man Marcus Nispels bisherige Filmografie merkt man, dass seine cineastischen Beiträge niemals über filmischen Durchschnitt hinausreichen. Dieser Tradition gliedert sich ExitUS problemlos ein, auch wenn die Mischung aus „Der Exorzist“ und „Tanz der Teufel“ in modernen Umständen durchaus einigen nette Ideen zu bieten hat. Bisweilen verfängt sich der Film jedoch überwiegend in genrespezifischen Klischees und setzt den Trend der ausrastenden Tonpraktikanten klassisch fort, da man sonst leider keine Spannung aufbaut. Ein Jump-Scare sorgt bei dieser technischen Übersteuerung zwar dafür, dass man gelegentlich zuckt, Intensität oder Atmosphäre wird damit jedoch verhindert. Auch in seiner ersten Stunde hat der Film starke Probleme, da er sein Gleichgewicht nicht findet und immer wieder versucht mehrere Facetten zu kombinieren. Doofe Dialoge, verhaltene Gewalt und schreiende Teenies lautet die Prämisse dieser ersten Stunde, die das Gesamtergebnis leider trübt.

Denn wenn der Film sich dann letztendlich voll auf Splatter konzentriert, geht er stellenweise richtig ab und bedient das auf Blut geiernde Herz von Gorehounds, ohne dabei jedoch groß im Gedächtnis zu bleiben. Wie das Blut die Körper der soliden bis unterirdischen Schauspieler verlässt, verlässt jegliche Erinnerung das Hirn des Rezipienten nach Ausschalten des Fernsehers. Aber immerhin, doof unterhaltsam ist das Geschehen schon und amüsiert tatsächlich wenn man sich traut gängige Gefilde der Horrorklischees zu verlassen und einfach  stumpfe Gewalt und Deppen zu zelebrieren beginnt. Anspruch? Nö, dafür geht die letzte halbe Stunde so dermaßen in die Fresse, dass „ExitUS“ beinahe durchschnittlich wird.

Ohne zu große Exposition wäre aus ExitUS ein solider Film geworden. Leider versteift man sich anfangs zu sehr auf überlaute Jumpscares und zu großes Nachahmen von Klassikern wie „Der Exorzist“ oder „Tanz der Teufel“. Wenn sich das popkulturelle Mashup aber dann eigen als Splatterinferno entwickelt und in bester Braindead-Manier Rasenmäher als Mittel zur Gliedmaßenentfremdung nutzt, gibt die Sause deftig auf die Zwölf.

exitus

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