Hacksaw Ridge

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Hacksaw Ridge ist purer Wahnsinn. Man fragt sich welche göttlichen Kräfte Mel Gibson wohl zu diesem Film getrieben haben, bis man feststellt, dass dieser eine Gott wohl nur dem persöhnlichen Irrsinns dieses Mannes entstoben sein muss. Es ist ein Werk des Schädeldonnerns und der heruntergeklappten Kinnladen. Hat er nicht, oder?

Und doch ist all das wohl ganz real. So real wie ein religiöser Fanatiker die Welt wohl sieht. Alles in diesem Film ist übersinnlich krank. Lange Zeit ist es ein außerordentlich langweiliges Suhlen in Südstaatencharme und Christuschören, das im Glanz eines Propastigeprojekts das Gute in stars and stripes in den Himmel malt. Obergeil und jeder Christ sieht katholisch-korrekte Pornografie. Die Madness des Films treibt weiter und weiter dahin, wir ertragen dämliche Liebesszenen und noch dämlichere Ausbildungsszenen und einen Vince Vaughn, der wie dieser eine übermotivierte Kubrick-Fan aus dem Laientheater wirkt. So schiebt und schiebt Mel Gibson einen melonenkopfpeinlichen Andrew Garfield, den man vor ausgestellter grinsebackiger Forrest-Gump-Naivität das grässliche Mimikry gerne aus der Fresse boxen würde, durch dieses Machwerk und wenn dann endlich der Krieg oder vielmehr das biblische Inferno, das jüngste Gericht, die Plage Gottes hereinbricht, dann hat man selbst jeden Glauben schon verloren. Gäbe es einen wohlwollenden Gott, gäbe es Andrew Garfield nicht.

Dieses Kämpfen, in dem regelmäßig in strahlenden Farben das Höllenfeuer per Flammenwerfer über die ketzerischen Schlitzi-Heiden hereinbricht, ist dabei in die bekloppt-geilsten Actionbilder seit langem gekleidet. Das erinnert bisweilen an die Kriegsexploitationfilme der 70er und man vermisst nur noch einen Fred Williamson mit Zigarre und Pornoschnauzer, der die gesichtslosen Feinde weghaut. Endlich vergeht auch mal dem Garfield sein dummes Grinsen, aber Gibson hat da auch lägst das Interesse am Hohlklotzkopfbriten verloren. Wäre das fiktives Parkett und diese Japaner beispielsweise Orks, meinetwegen auch Höllenorks, könnte man das viel gelassener abnicken, ja genießen oder Spaß dran haben, aber so bleibt einem halt doch die geschmacksverderbende Ideologie im Hinterkopf, die hinter all dem steht. Zum einen erschließt sich, dass auch rechtsradikale Christen geile Combat-Szenen inszenieren können und man das aowohl akzeptieren als auch ertragen können muss, zum anderen aber auch wie krass-dämlich Gibson wohl sein muss. Verlässt Gibson dann das Kampfgeschehen, wird eh gleich alles wieder fad und trotzdem drängt sich dann das Gefühl auf, eine geile Sauße gesehen zu haben, die wohl gleicher Maßen Trump und Clinton auf Touren gebracht hätte.

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