Hitman: Agent 47

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Bereits zu Beginn: Fans des gleichnamigen Videospiels oder Filmkonsumenten mit hohem Anspruch sollten sich überlegen diesen Film zu sehen, denn weder gibt es eine getreue Verfilmung des Spieles (trotz kurzer Schleichpassagen und Klaviersaiten) oder Anspruch.

In knapp 90 Minuten hetzt der Film in glattgebügelter Digitaloptik, der manchmal an einen überlangen Audi Werbespot erinnert, durch die verschiedensten Schauplätze, um diese in irrwitzigen Actionszenen zu zerstören. Eine Lagerhalle wird umfunktioniert zu einem Fallenlabyrinth mit etlichen kreativen Tötungen, in einem Gebäudekomplex wird der Aimbot des Protagonisten demonstriert und Gegner werden riesigen Turbinen konfrontiert. Fernab jeglicher Logik inszeniert Regisseur Aleksander Bach ein komplett beklopptes Actionfeuerwerk mit mäßigen CGI-Effekten, digitalen Blutspritzer (dafür richtig saftig) und austauschbarer Geschichte, die nur als Mittel zum Zweck dient. Der Output an Schauplätzen ist enorm, der Spaß prescht ungezügelt in einem Affentempo über den Bildschirm, auf dass man sich nur die Hände ins Gesicht schlagen möchte.

Hitman: Agent 47 ist ein Film, den man als Biervernichter kategorisieren kann. Man lädt seine Freunde ein, versorgt sich mit der richtigen Menge Bier (1-2 Kästen) und lässt jeglichen Sinn für Realismus verschwinden und genießt die Sause die in wenigen Momenten durch das Heimkino ballert. Hitman läuft komplett neben der Spur und feiert sich gehörig ab,  weil er nie großen Hehl daraus macht besonders doof zu sein. Dafür haut er sein Ding aber so konsequent und gewaltgeil durch, indem er eine sinnlose Aneinanderreihung bekloppter Actionszenen mit blassen Charakteren, noch blasser als die Glatze selbst, und schlechten Dialogen ist. Das kann und darf man kacke finden, ultrakacke. Hitman ist so daneben, dass er in seiner infantilität aber saugut unterhält auch wenn man Kopfschmerzen davon bekommt. Der perfekte Film für einen anspruchslosen Abend der Gerstensaft-Zelebrierung und Vernichtung.

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