It follows

by

Bereits bei “The Blair Witch Project” sprachen wir über psychische Angst und subjektive Halluzination. Und auch It Follows gibt euch als Zuschauer genau das, was ihr von modernem Horrorkino nicht erwartet.

Gezielt setzt er sich über die übliche Genrekonvention (Sex) hinweg und bietet diesen, statt Andeutung auf baldiges Ableben, als einzige Möglichkeit nicht zu sterben. Das “Es” selbst ist undefinierbar in menschlicher Gestalt zu erkennen, die jedoch nur von betroffenen Opfer halluzinär wahrgenommen wird. Schon merkt man selbst als Zuschauer, dass man nie sicher sein kann ob jede gezeigte Person  sie selbst ist oder ein mordlüstiges Wesen. “It Follows” bietet tradionellen Terror in Reinform ohne sich jedoch voll auf diesen zu verlassen, denn parallel dazu lassen sich auch metaphorisch viele Ebenen finden. Wenn “It Follows” jedoch versucht zu erschüttern, macht er dies auf eine brachiale Art und Weise, indem er den  Zuschauer vor Angst beinahe zittern lässt. Es ist die Ungewissheit die einen einnimmt, einen Kontrollverlust gegenüber des Mainstreamhorrors.

Für seine Charaktere und seine Inszenierung nimmt sich David Robert Mitchells Film viel Zeit und Geduld, auch wenn er nicht jeden Charakter in den Fokus stellt. Der wummernde Soundtrack von Disasterpeace ist grandios und auch sonst gelingt es dem Film die Spannungsschraube konstant auf hohem Level zu halten. Nur zum Ende hin gerät er jedoch in die Notlage, die Geschichte irgendwie zum Ausgang zu führen und verzettelt sich in ein weniger spannendes deplatziert überladenes Finale, dass einen minimalen Beigeschmack hinterlässt

Empehlenswert für Halloween: “It Follows” ist kein reinrassiger Horrorfilm und dürfte Leuten, die schnelle Fast-Food Scares und blutige Effekte sehen wollen missfallen. Wer sein Hirn etwas anstrengen möchte und gleichzeitig bis ins Mark erschüttert werden will, sollte einen Blick riskieren. Mitchell´s Arbeit zählt zu einer der originellsten und spannendsten der letzten Jahre.

it-follows

Alle Bildrechte obliegen dem Verleih ©Weltkino