Katakomben

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Bevor man sagt wie “Katakomben” ist, sollte man sich eigentlich fragen was er hätte werden können. Das Setting der Pariser Unterwelt gibt einen Schauplatz her, der sowohl eine beunruhigende Atmosphäre erschaffen als auch ein Gefühl der Ungewissheit. Schade nur, dass dieser Faktor abhängig von der Inszenierung ist, die hier mit der Wackelkamera an die Wand gefahren wird. So folgt man also jungen Leuten die in ihrer Kindheit zu viel Tomb Raider gespielt haben und den Stein der Weisen unter Paris suchen. Während die erste Stunde so viel Abwechslung bietet wie das Malen nach Zahlen verkommt man schnell der Langeweile und wird bei schreckhaftem Charakter gelegentlich durch Schreckmomente überrascht, die man seit 10000 filmischen Beiträgen zu sehen bekommt, nur besser. Zumindest in der letzten halben Stunde schafft man es einige nette Ideen darzubieten, wenn auf diese jedoch kein großer Fokus gerückt wird, da der epileptische Typ mit der Kamera damit beschäftigt ist zu schreien und währenddessen seine Arme in alle Himmelsrichtungen reißt.

Zu schade nur, dass bereits alle gelungenen Schocker im Trailer zu sehen waren und auch einige Wendungen dort bereits zu sehen sind. Außer überlautem Geschrei, klischeehaften Schreckmomenten und blassen Charakteren kann Katakomben nichts bieten, außer einem tollen Setting und einem tollen Filmplakat. Zumindest sind die Darsteller bemüht und versuchen die klaustrophobische Anspannung zu verkörpern, die jedoch meistens mit Gebrüll repräsentiert wird. Und das Ende lässt selbst Physiker und Astronomen ratlos zurück. Um zur Ursprungsthese zurück zu kommen bleibt zu sagen, dass Katakomben mit richtiger Inszenierung und Verzicht auf Found Footage ein toller atmosphärischer Horrorfilm gewesen wäre. Herausgekommen ist jedoch ein epilepsieverursachender höhepunktsarmer Film, der wohl nur bei der potenziellen Zielgruppe (Jugendliche 13-16) funktionieren kann. Schade!

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