Kevin allein zu Haus / Kevin allein in New York

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Wie warmer Bratapfel oder Spekulatius auf einem bunten Weihnachtsteller, gehört „Home Alone“ zur jährlichen Weihnachtszelebration.

Ein kleiner unerfahrener Junge wird versehentlich von seiner Familie zuhause gelassen und wird von zwei dumpfbirnigen Einbrechern gestört, die das Haus ausrauben wollen. Doch Marc und Harry bekommen keine Beute, sondern auf die Fresse. Zugegeben, das klingt pädagogisch weniger wertvoll und moralisch sogar völlig verwerflich, aber wenn Kevin mit den Schwierigkeiten des Alltags ohne helfende Hände konfrontiert wird, macht die Mischung aus niedlicher Komik und Brachialhumor schon jede Menge Spaß. Wenn jedoch die beiden Ganoven (Joe Pesci & Daniel Stern) durch ein Labyrinth voller Fallen müssen und immer wieder wegen ihrer Blödheit ausgelacht werden, bleibt kein Auge trocken. Da werden Hände auf kochend heißen Türknäufen gegrillt, Schädeldecken in Flammen gesetzt oder Dosen mit voller Wucht in Gesichter geworfen. Wenn sich zum Schluss jedoch die familiäre Komponente in den Fokus setzt und der einzige Weihnachtswunsch des Jungen der ist, seine Familie wiederzubekommen die er zuvor verletzt hat, erwärmt das zusätzlich auch noch das Herz. Perfekter könnte ein Weihnachtsfilm nicht sein! Brachial komisch und herzerwärmend!

Ein Jahr später wird Kevin zwar von seiner Familie mit zum Flughafen genommen, geht jedoch versehentlich in den falschen Flieger und findet sich in New York mit der Kreditkarte seines Vaters wieder. Dummerweise sind Marv und Harry aus dem Gefängnis ausgebrochen und halten sich ebenfalls in New York auf. Wie in einer typischen Fortsetzung wird auch hier versucht, den Vorgänger nochmals zu toppen, was auch noch gelingt. Man addiert zu Joe und Daniel noch Tim Curry und Rob Schneider, lässt die Konfrontation zwischen Ihnen und Macaulay Culkin nicht bis zum Ende warten, sondern lässt es kurz in der Mitte krachen, arbeitet ikonisch einzelne Szenen aus Home Alone auf und strapaziert in einem halbstündigen Finale nochmals die Lachmuskeln. Allein wenn Marv immer wieder Backsteine ins Gesicht geworfen bekommt, reicht das um Teil 1 in Sachen Brachialität und Komik zu übertoppen, wenn die meisten Szenen in ihrer comichaften Übertreibung schon fast zu sehr over the Top sind. Auch zum Schluss erkennt man das gewohnte Muster aus Teil 1 wieder, doch muss man sich immer noch den Bauch vor Schmerzen halten. Ein Weihnachten ohne Home Alone ist seit meiner Kindheit nicht mehr vorstellbar. Jedes Jahr lache ich über die Ziegelsteine, jedes Jahr zersprengt es mich wenn Daniel Stern vor Angst anfängt zu schreien und jedes Jahr erinnert mich dieser Film an meine Kindheit. Pflichtprogramm!

kevin

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