Kings of Summer

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Wenn der Alltag einen förmlich beengt, die Eltern nur Hindernisse für das unabhängige Leben bieten und die Gesellschaft einen Stellenwert der Unerträglichkeit eingenommen hat, sollte man seine Sachen packen. Einfach raus in die Natur, ohne Plan oder Erwartungen, das Leben genießen ohne Kalkulation für rationierte Lebensmittel oder Tagespläne. Doch die Monotonie der Selbstversorgung wird Herausforderungen offenbaren, besonders wenn ein Mädchen die Idylle stört.

Wer hatte nicht schonmal die Idee die Großstadteinöde zu verlassen oder das Land zu erkunden, um einen Schatz oder eine Leiche zu finden? Wir, spätestens nach der Sichtung von den Goonies, dem Verfolgen von Gordies Truppe auf der Suche nach dem Körper von Brower oder der Reise von Elliot mit seinem außerirdischen Freund. Kings of Summer schafft es, diese wunderbare Gefühl der Nostalgie wieder aufzurufen und bietet herrlich leichte Coming of Age Unterhaltung mit der richtigen Dosis an Dramatik und Skurrilitäten, die vor allem durch die wunderbare Darstellung von Moises Arias zustande kommen. Immer im Vordergrund der Inszenierung befindet sich die Freundschaft des Trios, deren Verbindung sich durch die Isolation zu einem stärker werdenden Bund zusammenwebt und die Schwankungen des Lebens wunderbar auffängt.

Gelegentlich verfängt sich Jordan Vogt-Roberts Film zu sehr in den standardisierten Indiemustern, gerade was Soundtrack und Bilder angeht, und schafft es nicht die Atmosphäre bis zum Schluss ausgewogen zu lassen. Im Gegenteil, um die Konsequenz aus den Taten zu ziehen und zum Abschluss zu kommen wird die Eskalation karikiert und die Stimmung nur für kurze Zeit ernst, um wirklich im Gedächtnis zu bleiben. Was jedoch bleibt ist ein wunderbarer Film über Freundschaft, den Unabhängigkeitsdrang von Jugendlichen und dem Stellenwert von Familie. Manchmal kommt das Erwachsensein früher als man denkt. das einzig, was für ein ganzes Leben hält, ist die Freundschaft. Wie heißt es doch so schön im Lied “17” von Youth Lagoon, das auch im Film gespielt wird:

” Oh, when I was seventeen my mother said to me “Don’t stop imagining. The day that you do is the day that you die”. Now I pull a one-ton carriage, instead of the horses, grazing along. I was having fun. We were all having fun”


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Die Bildrechte obliegen ©Studiocanal, das Cover ©Adam Schickling