London Has Fallen

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Wie weit darf eine heroische Verherrlichung in Actionfilmen gehen? Diese Frage deckt das neue Explosionsfeuerwerk auf.

Die große Kontrastierung von Gut und Böse ist ein einfaches Verfahren in Filmen. So wird die Bindung zu einer Identifikationsfigur geradezu aufgezwungen, woraufhin es einen gewaltigen Strom an Zuschauer gibt, die in ein und dieselbe Richtung hin fiebern. Ein solches Konzept kann selbstverständlich schnell zum negativen ausgenutzt werden, beispielsweise zum Zwecke vom Propaganda. Der aktuellste Vertreter dieser Masche ist das Actionspektakel London Has Fallen.

Das patriotische Sequel von Olympus Has Fallen erzwingt Fremden- und Ausländerfeindlichkeit, wie man es zuletzt in den faschistischen Werken der NS-Produktionen sehen durfte. Mit größter Verherrlichung werden die oberflächlich gezeichneten Terroristen vom persönlichen Sicherheitsmann des US-amerikanischen Präsidenten erstochen, erschossen und gesprengt. Zum Ende hin greift sogar das Fetischsubjekt „Mr. President“ selbst zur Waffe und übertrumpft somit die Einsatzkräfte des britischen Königreiches. Dabei wirkt ein moralisch hinterfragender Einwurf inmitten des expliziten Sadismus vollkommen deplatziert und erscheint wie ein gewissensberuhigender Sidekick seitens der Filmmacher. All das knüpft Momente zusammen, die dem objektiven Zuschauer eine grauenvolle Unbehaglichkeit bescheren.

Ein wunder Kern des Zuschauers soll durch die materielle Zerstörung Londons getroffen werden, die die Angst vor dem Terror auf das Höchste treibt. Die drastische Übertreibung erinnert zudem stark an Endzeitszenarien, die ebenfalls Anarchie und gewissenlose Gewalt in Szene setzen. Als Gegenbild wird einzig und allein die Hasserfüllung der Amerikaner zentriert, die mit all ihrer Gewalt als Sympathisanten dargestellt werden. In Form einer ironischen Selbstreflexion wäre es mit Sicherheit gelungener, stumpfsinniger Trash geworden. Leider aber meint er alles toternst.

Wer den aufhetzerischen Blendungen nicht verfällt, erlebt das wahrscheinlich erschreckendste und furchteinflößendste Machwerk seit langem, das den Begriff „Brechreiz“ neu definiert und einen Meilenstein in der Geschichte des Propagandakinos gesetzt hat. London Has Fallen ist ein Film der Schande mit aufhetzerischen Ausmaßen, der ledeglich als Ebenbild unserer rechtsorientierten Mitbürger dient. Cinema has fallen.

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