Mr. Robot: Staffel 1

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Amazons Mr. Robot startet in die erste Runde. Ist die Thriller-Serie über Cyberkriminalität zu empfehlen?

Mr. Robot besitzt in erster Hinsicht einen überaus stylischen Look und bietet eine große visuelle Vielfalt. Besonders in Form seiner postmodernen Erzählung kommt der Einsatz von Digitalkameras sehr zur Geltung. Doch inmitten der unendlichen Unterstreichungen der geheuchelten Realität, über die uns die Serie aufklären möchte, ertappt sich das eigene stilistische Mittel als Falle. Die Medienkritik und Aufsässigkeit gegenüber des kapitalistischen Systems bieten einige interessante Anhaltspunkte, wobei diese ständig auf die Inspirationsquelle der Serie zurückführen: David Finchers Fight Club. Dieses Vorbild ist recht ungeeignet für eine solch postmoderne Serie wie Mr. Robot, da es doch recht viele Unsachlichkeiten aufweist und besonders gegenüber des tertiären Wirtschaftsektors eine faschistische Haltung annimmt, die infolge seines Nachahmers zu einem teils unangenehm verfälschten Weltbild führt.

Das Wirtschaftswesen der ersten Welt ist sehr verstrickt und lebt von seinen Dienstleistungen. Ein Zusammenbruch dieses Systems -in der Serie und seinem Vorgänger gerne als „Revolution“ bezeichnet- bedeutet demnach die Ausrottung des Staates. Dies ist der entscheidende Knackpunkt, den Mr. Robot schließlich besser behandelt. Er vervollständigt die Denklücken von Fight Club und wirkt auch weitaus kompetenter. Trotz alledem fehlt es öfters an Eigenständigkeit und Übergabe der Gedankenansätze an den Zuschauer. Dieser wird mit einer Massenhaftigkeit von gedanklichen Spielereien und Hinterfragungen der Macher berauscht. Zwar wird der eigene Interpretationsprozess von der Serie vorweggenommen, doch bildet sich trotzdem spannende Unterhaltung, die leider zu oft zum bloßen konsumieren einlädt. Anzumerken sei dennoch, dass dies nicht immer der Fall ist und aufgrund der verstrickten Charakterstrukturen auch teilzeitig große Aufmerksamkeit fordert.

Die erste Staffel von Mr. Robot ist überaus zwiespältig zu verarbeiten. Große Bewunderer von Fight Club werden sicherlich zutiefst fasziniert sein, wobei es den faschistischen Rezensionen an das postmoderne Wirtschafts- und Sozialwesen oft an fachlicher Richtigkeit fehlt. Zum Ende hin wird dies jedoch recht gelungen ausgebügelt, auch wenn die Aufsässigkeit recht aufgezwungen wirkt. Spannend und unterhaltsam ist es trotz alledem.

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