Pompeii

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Der fantastische Resident Evil Regisseur Paul WS Anderson legt einmal die Actioneskapaten seiner Frau in die Monumentalvitrine und massakriert an der Stelle von eskalierenden Untoten lieber eine gesamte Stadt. Doch leider gibt es in der filmischen Qualität keine Epik.Vergesst einmal die versuchte Vernunft beim Schreiben einer Kritik, denn nach diesem Machwerk fiel es mir schwer nicht irgendetwas zu zerschlagen!

Zumindest kann man diesem gesamten Schundwerk wenigstens einen Pluspunkt in der Titelgebung geben, denn zum Glück entschied man sich für Pompeji anstelle von Vesuv. Denn nach der gesamten kommerziellen Kampagne, die einen Katastrophenfilm suggeriert, wartet der Zuschauer vergebens über eine Stunde bis der Vulkan denn endlich ausbricht! Bei einer Gesamtlaufzeit von gerade einmal 100 Minuten ist das gelinde gesagt miserabel, wie das Gesamtbild! Pompeji ist weder Fleisch noch Fisch, denn er kann sich einfach nicht zwischen Katastrophenfilm und Gladiatorenspektakel entscheiden. Die Mischung jedoch ist für den menschlichen Körper in etwa so schädlich wie 1200 Grad heiße Lava!

So versucht man anfangs noch halbwegs brauchbare Schwertkämpfe zu inszenieren, was zumindest halbwegs gut gelingt. Doch je mehr man sieht, desto mehr fragt man sich was der ganze Kram soll. Kehlen werden aufgeschnitten, Körper durchstochen und brutale Exekutionen durchgeführt, doch die Körper und Schwerter sehen fast so aus wie unbenutzte Windeln, die man beim Genussversuch unbedingt tragen sollte, denn der Anblick von einem solch großen Haufen Mist stiftet schon fast zum mitproduzieren an. Neben einen tiefen Griff in die Klischeekiste und der Präsentation von unterirdischen Schauspielleistungen bietet man noch unterirdischere Dialoge, die aus der Feder von Vorschulkindern stammen!

Doch auch nach dem Ausbruch des Mittel zum Zweck bessert sich in Hinsicht auf die filmische Qualität nichts! Im Gegenteil, man hat das Gefühl das mit dem Ausbruch nicht nur die Überladung der Stadt mit Gesteinsbrocken eingeläutet wird, sondern auch die Überladung des Bildes. CGI Brocken krachen in die CGI Stadt und zerstören CGI Leute die auf CGI Straßen laufen um in CGI Häusern Unterschlupf zu suchen, dies aber nicht schaffen weil ein CGI Vulkan ausbricht. Die Bildschärfe versagt in voller Linie und selbst die Qualität der Effekte ist noch unterirdischer als die Stadt nach dem Ausbruch! Scheinbar hatte man vor dem Ausbruch noch viel zu viel Geld über und so dachte man sich mal eine richtige Zerstörungsorgie zu inszenieren. Doof nur, dass man die Übersicht verloren hat und so die Effektemasse bis an die Grenze der Erträglichkeit editiert. Nach der Mitte des Ausbruchs war das Budget verbraucht und das sieht man auch! Doch auch grenzdebile Peinlichkeit bietet man, in dem man versucht die Romantik wie in Titanic aufzubauen, was sogar mit den Charakterbildern übereinstimmt! Allein das dümmliche Ende sollte Beweis genug sein, dass Paul W.S. Anderson besser keine Filme mehr drehen sollte. Im übrigen dient das 3D nur um den Film vor einem Box-Office Desaster zu retten!

Pompeii ist wie die Katastrophe selbst, ein Desaster! Die Auswirkungen des Schauspiels, der Inszenierung, der Effekte und der Geschichte sind für den Zuschauer so fatal wie die Zerstörung der Stadt durch Eruptionssteine! Selbst die Leihgebür ist zu viel für diesen Film.

pompeii

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