Ravenous

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Man kombiniere eine eisige Ödnis mit dem Ekel vor blutigem Fleisch und angehendem Heißhunger, einem grandiosen Cast und einen der extravargantesten Soundtracks der Filmgeschichte und heraus kommt ein Genregeheimtipp, der leider viel zu wenig Aufmerksamkeit genießt. John (Guy Pearce) wird nach dem Krieg in ein Fort in den Bergen versetzt, als dort eines Tages ein völlig unterkühlter Mann namens Colqhuon eintrifft und seine Geschichte erzählt. Während der Untersuchung kommt es jedoch in den Bergen zu einem Massaker, bei dem alle, abgesehen von John und Colqhuon, zu Tode kommen. Jon schleppt sich zurück ins Fort und versucht allen zu sagen, dass Colqhuon, der wie vom Erdboden verschwunden ist, die Männer getötet hat, was ihm niemand glaubt. Eines Tages taucht eine neue Gruppe Männer auf, deren Kommandant verdächtig nach Colqhuon aussieht.

Antonia Birds Genremix aus Western, Horrorfilm und schwarzer Komödie ist ein echter Glücksfang, nicht nur was die Gewichtung der einzelnen Genre angeht. Ravenous hat einen bärenstarken Cast, dessen größter Pluspunkt Robert Carlyle ist, der hier eine wahrhaft diabolische Performance abliefert. Neben den Performances ist es jedoch das Drehbuch, dass Ravenous zu einem wirklich cleveren Vergnügen machen, nicht nur weil das beinharte Slasherszenario nach kurzer zeit in ein spannendes Katz und Maus Spiel konvertiert wird. . Es wird geschickt mit der Donner Party gespielt, die Sage des Weendigos geschickt genutzt, um eine Allegorie der Gesellschaft der Stärkeren und Schwächeren darzustellen und um es dem Zuschauer so schmackhaft wie möglich zu machen, setzt sich die Inszenierung über übliche Gewohnheiten hinweg. Finsterster Humor an Stellen, die in ihrer Ernsthaftigkeit schockieren, ein völlig verschrobener Soundtrack der fröhliche Polkamusik zum Schlachtfest spielt. schiefe Trompetenklänge zum royalen Empfang und in seiner Blutrünstigkeit an der Ekelgrenze schrammt. Dem Sog kann man sich nicht entziehen und ist man vollends auf den Geschmack gekommen ist die Hybridisierung aus Western und Kannibalenhorror, auf den Punkt genau bluttriefend mit fetzigem Score serviert. Gewürzt mit einer Mischung aus pechschwarzem Humor, saftigem Gore und tollen Darstellern macht Antonia Birds Werk ordentlich Laune und ist somit  ein richtig saftiger Schmaus von Film, mehr jibbet es nicht zu sagen.

Empfehlenswert für Halloween weil: Warum sich denn nicht einfach mal komplett überraschen lassen? Ravenous trägt das Herz am rechten Fleck und wird eine der ungewöhnlichsten Filme sein, die ihr seit geraumer Zeit gesehen habt. Nur nicht durch Trailer spoilern lassen.

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Alle Bilder obliegen dem Verleih ©20th Century Fox