REC

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Nun klingt die Prämisse keinesfalls außergewöhnlich, denn [REC] erzielt seine Wirkung durch seinen dokumentarischen Stil, der den Zuschauer Zeuge werden lässt von dem wahren Horror. Nach einer kurzen Exposition, zieht der Film die nächste Stunde in so einem Tempo durch, dass kaum Länge entsteht. Ohne dabei die Spannung jedoch schon zu Beginn mit dem Holzhammer in die Köpfe zu schmettern, steigert sich die Spannung kontinuierlich, geiert nicht auf billige Schockeffekte und verstört in seinem beinahe unerträglich nervenzerrenden Finale wie kaum ein anderer Horrorfilm der 2000er. Dabei ist es das Ungewisse, der ständige Blick ins ungelenkte Auge, das die Anspannung herausfordert und gleichzeitig der Vorteil der Handkamera. Glücklicherweise kann man auf die Einnahme von Reisepillen verzichten, da die Kamera hier von einem ausgebildeten Kameramann gehalten und geschwenkt wird und nicht von spätpubertierenden Jugendlichen.

REC ist ein kleine Perle vergleichbar mit einer Achterbahnfahrt. Während man zum Beginn noch mit Vorfreude daherkommt, sitzt man spätestens nach Ende schweißgebadet und unter Adrenalin im Sitz. Knüppelhart, ultraspannend (besonders im Finale mit Nachtkamera) und auf solidem Niveau gespielt, hat der Film leider wieder den Trend von Found Footage im Horrorkinos etabliert. Wer von modernen Beiträgen übersättigt ist, bekommt mit Rec jedoch purer Angst in Form von Zelluloid.

Empfehlenswert für Halloween weil: Um selbst die härtesten Leute weich zu bekommen, um zu erreichen, dass auch der Freund sich an die Freundin klammert oder sich selbst bei purer Angst zu ertappen, sollte man sich unbedingt {REC} ansehen. Pures Adrenalin, dass auch noch nach 75 Minuten knallt.

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