Rezension zur Vintage Edition von “Tanz der Teufel”

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Rezension

Es ist tatsächlich passiert: Tanz der Teufel ist nun frei und ungekürzt in Deutschland erhältlich! Wir, Bewunderer des schreckensbelehrenden Genres, die den Horror in okkulten Zügen jährlich bei den “31 Days of Fright” zelebrieren, präsentieren euch mit größtem Vergnügen die kostenintensive Vintage Limited Edition des Gore-Klassikers von Sam Raimi. Darüber hinaus haben wir die Gelegenheit nicht verpasst, den restaurierten Splatter des Grauens auf der großen Leinwand zu erleben. Hiermit laden wir euch herzlich ein, den ersten Eindruck des Rundumpakets zu erhaschen. Anbei ist unsere Kritik aus dem Fright-Monat.

Das äußere Erscheinungsbild macht der Bezeichnung “Vintage” alle Ehre: Ebenso originalgetreu wie die Maße einer übliche VHS-Verpackung ist auch das ausgewählte Cover, welches dem der Original-VHS identisch ist. Wird schließlich der Blick hineingewagt, zeigt sich das blutgetränkte Innenleben im Videokassetten-Look mitsamt den 4 Discs. Die Originalversion des Filmes ist sowohl auf Blu-Ray, als auch auf DVD aufzufinden. Die zwei weiteren Druckstellen beinhalten jeweils die restaurierte Version und das fünfstündige Bonusmaterial auf BD. Darüber hinaus sind zwei umfangreich gefüllte Booklets dabei. Das kleinere von beiden, welches sich bei den Discs befindet, umfasst 40 Seiten mit ausführlichen Informationen über die Biografie des Regisseurs, Vorproduktionen des Hauptfilmes, Praxis am Set sowie dem darauffolgenden Werdegang des Erfolges und Zensurstreites. Separat sind in Form des zweiten Booklets bedeutsame, originale Unterlagen zur Rechtsgeschichte in Deutschland von 1984 bis 2016 aufzufinden, die insgesamt bis zu 75 Seiten füllen. Käufer der Ultimate Collector’s Edition von The Texas Chainsaw Massacre sollten jener Aufbau bekannt sein.

Auf der Leinwand macht es sich selbstverständlich bemerkbar, dass der Film in 35-mm gedrehten worden ist. Noch dazu kommt die sparsam ausgeglichene Lichtausstattung, die kurzer Hand als Stilmittel drastischer Beleuchtung diente. Unter diesen Aspekten sei anzumerken, dass die bildliche Restauration mitsamt des Transfers tatsächlich herausragend erzielt wurde. Gleichermaßen betroffen ist die auditive Verarbeitung, die jedoch bedauerlicherweise nur im Originalton qualitativ abgemischt wurde. Der deutschsprachige Zuschauer muss sich leider mit einem Pseudonym des DTS-Klanges zurechtfinden (Alle ausführlichen Daten sind in der Fotogalerie zu sehen). Das Bildformat ist bei jeder Disc auswählbar zwischen 1,33:1 und 1,85:1. Die Bonusdisc ist nur mit deutscher Sprache untertitelt .

Das Filmerlebnis sollte aufgrund des deutschen Tones eher fürs Heimkino geeigneter sein, da bei nicht-synchronisierten Passagen der O-Ton verwendet wurde, welcher deutlich leiser bzw. weicher klingt. Somit ist die Lautstärke ungewollt variierend. Das Bild kriselt auf der großen Leinwand immer noch. Dort könne entschieden werden, ob es als passenden Flair akzeptiert wird oder doch eine schärfere, angenehmere Auflösung erwartet wurde. Jedoch sollte dazu gesagt werden, dass alles Machbare beim transferieren des Bildes angewandt wurde und es bis dato für eine solche Filmspur keinerlei Steigerung gibt. Somit ist die Vintage Edition zweifellos eine große Empfehlung für alle Fans des dämonischen Kultfilmes. Für alle anderen, die nicht allzu tief ihre Taschen greifen wollen, bleibt immer noch die Standard Edition mit roter Amaray.

Die Bildrechte obliegen dem Verleih ©Sony Pictures.