The Blair Witch Project

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31 Days of Fright Tag 1

Wir eröffnen die diesjährigen „31 Days of Fright“ nicht nur mit einem modernen Klassiker, sondern zeitgleich einen der schweißtreibendsten Genrefilmen unserer Zeit.

Wie schön waren die Zeiten, als sich die Found Footage Stilistik ohne großen Fokus entwickelt hat und die Verwendung einer Handkamera pure Authentizität erzeugte. Verstärkt doch eine brilliante Marketingstrategie polarisierte „The Blair Witch Project“ bereits zu seiner Erscheinungszeit. Nun stellt man sich die Frage, ob die Geschichte dreier Studenten die der Legende der Hexe von Blair Witch investigativ nachforschen und sich im Wald verirren auch heute noch funktioniert. Die Antwort ist ganz simpel. Ja!

Gerade durch den Verzicht von nervtötenden Jumpscares oder der Offenbarung eines „Monsters“ brennt sich „The Blair Witch Project“ tief ins Mark des Zuschauers und reduziert seine Instinkte auf ein Minimum, sodass der Fokus klar auf der Geräuschkulisse liegt und der beschränkten Sicht. Man bildet sich ein Dinge zu sehen, Kinder zu hören und ist immer wieder im Zwiespalt ob es sich um eine echte Bedrohung handelt, oder ob die Protagonisten in ihrer psychischen Verfassung (was schon mal passieren kann wenn man 3 Tage planlos durch einen Wald irrt und weiß, dass man nicht mehr hinauskommt) einfach blank halluzinieren. In seiner kurzen Laufzeit kreiert der Film blanke Angst, besonders in seinem nervenzerfetzenden Finale und der oftmals parodistisch rekonstruierten Szene in der Heather vor laufender Kamer einen emotionalen Angstausbruch bekommt und fast nicht mehr hinsehen möchte, aus purer Angst vor der Dunkelheit.

Seinen Minimalismus schöpft „The Blair Witch Project“ voll und ganz aus und braucht lediglich etwas zu lang um richtig in Fahrt zu kommen. Die Darsteller sind absolut authentisch, die Inszenierung simpel aber verdammt effektiv und man ist auch heute noch mehr als erleichtert, wenn endlich der Abspann über den Fernseher flimmert.

Empfehlenswert für Halloween weil?: The Blair Witch Project bringt genau das ins Wohnzimmer, was man sich an einem schaurigen Abend mit kuschelbedürftigen Mädchen vorstellt. Nervenzerfetzende Spannung, pure Angst und fiese Gedanken, die sich erst vorm Einschlafen, beim Blick in die dunklen Ecken des Zimmers so richtig entfalten!

blair

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