The Innkeepers

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Weiter geht es mit den Werken von Ti West. Das Thema Spukhaus spielt dabei wieder eine große Rolle. Dabei braucht der Zuschauer auch hier wieder jede Menge Geduld, bis der Spuk endlich konstant auftritt, denn die Exposition beschäftigt sich großteils mit den beiden Protagonisten und deren Vorhaben. Behutsam werden noch die verschiedenen Gäste eingeführt, bevor der Film seine bombastische Atmosphäre ins bedrohliche umschwenken lässt. Dabei ist es jedoch schon das heruntergekommene Hotel, dass für einige Schauer sorgt. Ewig lange Gänge, viele weniger lichtdurchtränkte Ecken und große Säle. Doch auch so baut Ti West die Spannung auf, durch nahezu unerträgliche lange Kamerafahrten und Blickwinkel in dunkle Ecken, bei denen man als Zuschauer ständig ein verzerrtes Gesicht erwartet. Doch meistens belässt der Film es dann mit der Provokation um den Zuschauer gerade dann zu Tode zu erschrecken, wenn er es nicht erwartet. Doch der Schock allein besteht nicht aus überlauten Toneffekten, sondern ergibt aus Situationen. Zum Schluss jedoch präsentiert der Regisseur seine Begabung im Terrorhandwerk, denn er terrorisiert den Zuschauer wortwörtlich und kickt die Anspannung damit ins unermessliche.

“The Innkeepers” wirkt wie ein Replik längst vergessener Zeit, um bringt den traditionellen Spuk ähnlich wie in “The House of the Devil” zurück auf die Leinwand. Optisch verlegt in die Neuzeit wirkt es so, als wäre das Haus in den 80er stecken geblieben, weswegen der Zuschauer mit seinen Ängsten erst im großen Finale direkt konfrontiert wird. Durch seine wunderbar entschleunigte Narration und seinen tollen Darsteller ist “The Innkeepers” ein Paradebeispiel für den modernen Horrorfilm. Tolle Atmosphäre, effektive Inszenierung und ein Geist, der sicher für eine unschöne Nächte sorgen wird.

Empfehlenswert für Halloween weil: Wenn man sich erst einmal an das Tempo gewöhnt hat, sorgt “The Innkeepers” für schweißgetränkte Minuten und transportiert den Horror in die Köpfe, sodass er auch noch lange nach Sichtung aktiv ist und der Kontrollblick auf das Bettlaken gegenüber definitiv zur nächtlichen Routine wird.

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