The Party

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Der große Liebling der diesjährigen Berlinale-Filmfestspiele erscheint endlich für das Heimkino auf Blu-Ray Disc und DVD. Innerhalb von knackigen 71 Minuten erzählt Regisseurin und Drehbuchautorin Sally Potter von Affären, Racheakten und vielen anderen, düsteren Intrigen. Die schwarz(weiß)e Komödie ist hauptbesetzt mit Stars wie Timothy Spall, Cillian Murphy und Bruno Ganz.

Potter legt großen Wert auf eine ausgeglichene Screentime jeder Charaktere, die eine makellos bunte, jedoch gleichermaßen geknickte Gesellschaft bilden. Jene ähnliche Ausgeglichenheit betrifft ihren Fokus auf ein zentrales Thema im Film, welches als Kerndiskussion fungieren könne. Stattdessen handelt es sich bei den Figuren um personifizierte Mechanismen der westlichen Länder, zu denen der bewaffnete Banker, der sterbenskranke Gesundheitsminister, das überschwängerte, gleichgeschlechtliche Paar, der esoterische Ausländer, seine zynische Partnerin und letztlich die überforderte, alles aussetzende Hausfrau gehören. Jeder von ihnen hat etwas zu sagen. Und jeder erwartet zueghört zu werden. Mit dieser Konstelation spielt Potter ihr Kammerspiel aus – welches weniger erreicht als erhofft.

Klischees aufzustellen ist das eine, sie zu entlarven schaffen jedoch nur wenige Filmemacher. Zugegeben, Potter gibt sich jedoch nicht viel Mühe die Grenzen aufzulösen. Viel wichtiger ist ihr der Konflikt zwischen den Parteien, bei dem so viele Themen wie nur möglich angeschliffen werden sollen. Ein roter Faden entsteht dabei genauso wenig wie eine Art von brennendem Interesse für das Geschehen, da die Figuen bedauerlicherweise viel zu eintönig handeln. Grund dafür ist wohlmöglich die Prämisse des Filmes, welche wie ein themenberechnetes Werk einer Filmakademie wirkt und dem Zuschauer geradezu erzwungen das Schild “Anspruch” vor die Nase halten möchte. Als schwarze, gesellschaftspolitische Komödie kann man sich das sicherlich leisten, wenn man denn nicht zu formelhaft mit seinen Inhalten umgeht.

Auf Potters Inszenierung hätte man verzichten können. Stattdessen wäre The Party rein erzählerisch in Form eines Romans deutlich besser aufgehoben. Zum Glück jedoch harmonieren vor der Kamera eine Handvoll im impulsive Darsteller, die trotz aller Mängel zu überzeugen wissen. Viel mehr bleibt über den Berlinale-Liebling nicht zu sagen, dessen Eindruck keineswegs bleibend ist.

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