The Returned

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Was wäre, wenn Verstorbene wieder aus ihren Gräbern auferstehen würden, um ihren vorherigen Platz in der Gesellschaft wieder einzunehmen?

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© Koch Media

Dem Zuschauer diese Ausgangsfrage präsentierend beginnt „The Returned“. Und in der Tat wird hier eine Frage gestellt, die schwer zu beantworten ist. Auch die wenige Augenblicke später folgenden detaillierteren damit verbundenen Problematiken bringen den Betrachter ins Grübeln. Wie stellt man eine Reintegration der Wiederauferstandenen an? Bekommen sie ihren Arbeitsplatz zurück, obwohl er inzwischen durch andere, nicht verstorbene Menschen belegt wird? Welche Rechte bekommen die Untoten zugesprochen? Kann man sie überhaupt noch als Menschen bezeichnen?

Diese Fragen sind der Antrieb hinter der Story, deren Rahmenhandlung man genretechnisch wohl irgendwo zwischen episodenhaftem Charakterdrama und Zombiefilm ansiedeln kann. Dass dieser Film auf genrehafte Klischees verzichtet sei ihm hoch anzurechnen, und generell findet man eine unheimlich hohe Rate an Innovation in „The Returned“. Doch das Problem, auf welches dieser französische Film zusteuert, ist leider unübersehbar. Während sich die Ausgangssituation noch als interessantes Ensemble gibt, verliert sich der Film ziemlich schnell in seinen platten, leb- und lustlosen Charakteren. Das Charakterdrama überschattet nun die Ausgangsthese, die gar nicht weiter thematisiert wird. Im Gegenteil; die Antworten und geistigsten Anstöße, auf die der Zuschauer vergebens wartet, bleiben aus, an ihre Stelle rücken hölzerne, irrational handelnde Figuren, deren Schicksale dem Betrachter vollkommen gleichgültig sind. Trauriger Weise bleibt eine emotionale Bindung zu den Charakteren aus, und das kann bei einem sich in erster Linie als Charakterdrama bezeichnenden Film der Todesstoß sein. Dass irgendwann einige der Charaktere einfach links liegen gelassen und den restlichen Film quasi ignoriert werden wirft das ungute Gefühl auf, dass man diese Personen einfach vergessen hat. Allerdings verspürt der Zuschauer auch keinen Drang, über die zukünftigen Handlungsweisen derer informiert zu werden.

„The Returned“ hat storytechnisch einiges an Potenzial, insbesondere durch die glücklicherweise nicht physikalisch näher erläuterte These des Wiederauferstehens von verstorbenen Menschen und die damit verbundenen Problematiken, die im Bezug auf Integration wunderbar auf aktuelle Ereignisse hätten angewandt werden können, wenn sie doch nur einmal wirklich thematisiert worden wären. So bleibt „The Returned“ leider nur ein Film, dessen existenzielles Recht absolut bestreitbar ist, auch aufgrund der Tatsache, dass die Logiken und Gesetze des Filmes gefühlt alle fünf Minuten neu verfasst werden.

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