The Visit

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Der Mystery-Regisseur M. Night Shyamalan kehrt nach seinen Flops “Die Legende von Aang” und “After Earth” wieder zurück zu seinen Wurzeln und betritt gleichzeitig Neuland in dem Found Footage-Genre á la “Blair Witch Project”.

Zwei Geschwister besuchen ihre Großeltern und freuen sich über die erste gemeinsame Woche mit ihnen. Währenddessen macht die große Schwester Rebecca (Olivia DeJonge) ein Video-Projekt, in dem sie die sieben Tage mit ihrer Familie alles aufnimmt und dokumentiert. Zu ihren Bedauern müssen die beiden Enkeln feststellen, dass sich ihre Großeltern zunehmend merkwürdig verhalten.

M. Night Shyamalan, der bei seinen Filmen ebenfalls immer als Drehbuchautor und Produzent tätig ist, wurde für seinen atmosphärischen Mystery-Thriller “The Sixth Sense” bekannt und setzte seinen Stil in den darauffolgenden Jahren treu fort, auch wenn die Drehbücher nach und nach schwächelten. Mit “The Visit” schafft er es nach über zehn Jahren einen gelungen Film seines Ursprungs-Genre zu veröffentlichen und streut an mehreren  Stellen gelungen Selbstironie und Humor hinzu. Dies dient zwar teils um von dem unspektakulärem Plot und den durchgekauten Klischees des Genres abzulenken, ist aber an einigen   Momenten   gut eingebaut. Die Darstellung der Enkel als Ebenbild der Jugend modernener Zeit ist glaubwürdig umgesetzt und ist ein guter Kontrast zu den scheinheiligen, mysteriösen Großeltern – allen voran die lobenswert gespielte Großmutter.

Die Einleitung des Filmes ist altbekannt aufgebaut und lässt sich anfangs von anderen Werken dieses Genres nicht herausragen. Schock-Momente gibt es reichlich und mit einer unangenehmen Vorhersehbarkeit, die einen wiederholend in den Sessel drücken. Dabei wird das Format des Found Footage in der zweiten Hälfte überraschend gut ausgeschöpft, das dem Horror-Thriller letztendendes seine eigene Note gibt. Der altbekannte Stil des Regisseurs vermischt sich ebenfalls gut mit dem Genre und entwickelt im Laufe des Filmes eine authentische und angespannte Atmosphäre. Am Ende ist es schließlich der Plottwist -welcher in diesem Falle wirklich so genannt werden darf-, der das Gesamtbild durchweg positiv wirken lässt. Eine Sichtung für Liebhaber des modernen Gruselkinos sei demnach ans Herz gelegt.

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