“Winnetou – Das Geheimnis vom Silbersee”

by

Die Überraschung hielt nur einen Film lang. Winnetou – Das Geheimnis vom Silbersee ist nämlich um einiges schlechter als der Vorgänger. Inhaltlich fügt dieser zweite Teil nämlich gar nichts hinzu, sondern geht sogar einen Schritt zurück. An Belanglosigkeit ist dieser Silbersee-Aufriss kaum zu Überbieten. Die Schatzsuche ist weder besonders spannend, noch sonst irgendwie interessant. Um genau zu sein: Es war eine einzige Schnarchtour.

Die Beziehung von Winnetou und Old Shatterhand scheint völlig stagniert zu sein. Wo es anfangs noch einen schönen Moment bei der Jagd nach einem Pferdebrüderpaar gibt, fokussiert der Film viel mehr die Liebe zwischen Nscho-Tschi und Old Shatterhand. Die Gefühle kommen etwas zu sehr aus dem Nichts und Möhrings Blicke, die an Debilität manchmal kaum zu überbieten sind, zerstören die Momente an Zweisamkeit noch bevor sie aufkommen. Dass mit Bösewicht Fahri Yardim, der in Nscho-Tschi seine verstorbene Geliebte wiedersieht, ein fieser Nebenbuhler ins Spiel kommt, hilft wenig. Sein Spiel ist zu schlecht, als dass man ihn ernst nehmen könnte. Er versemmelt jede Gelegenheit seiner Figur Tiefe zu verleihen und gibt sich einer völlig uninspiriert gespielten Version des Wahnsinns hin, die sich ins Schnarchkonzert nahtlos einfügt.

Noch trauriger als diesem Versagen zuzuschauen, ist es jedoch, dass jeder kritische Ansatz des ersten Teils fallen gelassen wurde. Das lässt befürchten, dass diese ein reines Zufallsprodukt waren. So stellt sich nämlich wieder die Frage nach der Daseinsberechtigung dieser Klamotte, die sich jedoch dieses mal ganz leicht verneinen lässt. Es ist schade und erschreckend typisch deutsch, dass die Qualität keine zwei Filme lang aufrecht erhalten wurde. Letztlich wird wohl der dritte Teil entscheident in der Bewertung des TV-Events sein, denn diesen Film hat man in Windeseile vergessen.