Coconut Hero

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Coming of Age Filme sind in der heutigen Filmwelt nicht mehr wegzudenken. Umso größer ist die Gefahr, dass Genrefilme schnell dem Schema-F verfallen und wie Abziehbilder diverse Vorbilder wirken. Dem kann sich auch Coconut Hero nicht entziehen und bedient sich üblichen Mustern und Klischees. Doch parallel dazu ist die Inszenierung angenehm sympathisch, weswegen der Charme die Defizite in der Geschichte beinahe komplett verdeckt. Zwar hilft das nicht die belanglosen Nebencharaktere, die meistens nur als Mittel zum Zweck fungiere, zu entpersonifizieren, bessert das Gesamtergebnis jedoch erheblich auf.

Die Geschichte des leidenden Jugendlichen mit getrenntem Elternhaus, der eigentlich mit seinem Leben abschließen will, jedoch neuen Lebensmut findet indem er ein Mädchen kennenlernt die ihn seinen gesamten Kummer vergessen lässt, ist absolut nichts neues. Dennoch ist Coconut Hero durch seine leicht verschrobene Inszenierung und seinem skurrilen Hauptcharakter so sympathisch, dass sich die 100 Minuten in lockerem Flow gucken lassen, wenn gleich direkt nach dem Film der Großteil der Laufzeit direkt wieder vergessen ist, man sich dennoch angenehm erheitert fühlt. Zwar findet der Film sein definiertes Genre nicht und versucht viele Subgenres anzureißen, kontert das jedoch oftmals wieder aus. Für eine Tragikomödie ist er zu komödiantisch, für ein Drama wenig dramatisch und für einen Coming of Age Film eben zu wenig Coming of Age.

Zumindest seinen komödiantischen Part erfüllt der Film grundsolide und bieten einige nette Dialoge auf stumpfsinniger Basis, eine grandiose Boxszene mit Mike Tyson und kurze Momente indem er es tatsächlich schafft Tragik und Liebe in einem seriösen Grundtonus darzustellen, wenn jedoch besonders die Abhandlungen gegen Ende viel zu flott abgearbeitet werden. Coconut Hero ist ein netter Film, ohne Frage, mit tollem Hauptdarsteller, einigen äußerst amüsanten Witzen und tollen Szenen. Am Ende bleibt jedoch zu wenig prägnantes, an das man sich erinnert. Einen Blick wert ist Coconut Hero dennoch, gerade weil er so sympathisch inszeniert ist und für so einige Lacher sorgt. Die großteils belanglosen Nebencharakter und die nicht existierende Genreselbstfindung verderben den Spaß jedoch. Der Engländer würde sagen „Out of Sight, out of Mind“. Solide Hausmannskost eben.

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