The Hills Have Eyes

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Manchmal bedarf es keiner langen Rede, um die qualitative Wertigkeit eines Filmes festzustellen. Und insbesondere auf den Fakt, dass es sich hierbei um ein Remake handelt, lässt dieses Fazit noch simpler erscheinen. So müssen Remakes aussehen!

Alexandre Aja macht aus Wes Craven eine Neuinterpretation und schafft es, dass das Endprodukt nicht nach sturer Recyclinware aussieht, sondern in die Moderne übertragen wurde und stilistisch deutlich von seinem Original abweicht. Was dem Zuschauer mit dem Remake von “The Hills Have Eyes” geboten wird ist pures Terrorkino, welches es in dieser Drastigkeit selten gibt. Terrorkino, das manchmal geschickt mit den gängigen Klischees der Horrorfilme spielt, indem er einfach die Sympathiefiguren schnell ableben lässt und dennoch nur Silhouetten als Charaktere bietet. Da man jedoch mit Dysfunktionalität der Charaktere rechnet, fällt dies auch nicht schwerer ins Gewicht, da auch die Inszenierung der in Simplizität gestrickten Geschichte eindeutig andere Ziele hat. Der Versuch ein äußerst intensives Erlebnis zu bieten gelingt mit Leichtigkeit, doch glücklicherweise bietet man nicht nur Brutalitäten sondern auch eine ungewisse Atmosphäre in der klaren Tristesse der Wüste.

Und doch ist die Drastigkeit und die Härte so unfassbar fies inszeniert, dass einem die Spucke im Mund wegbleibt und man lieber stark schluckt anstatt sich zu amüsieren. Insbesondere die erste Bekanntschaft zwischen Familie und Mutanten setzt lieber auf psychische statt auf physische Gewalt. Die Kompromisslosigkeit folgt dem roten Faden bis zum Ende der Geschichte, was (ab der Hälfte) für ein kontinuierlich hohes Tempo sorgt. Auch wenn “The Hills Have Eyes” im Finale zu sehr in Exploitation ausartet und den Spannungsreiz für eine Gewaltorgie ablegt, sorgt der gelungene Abschluss wieder für Ausgleich. “The Hills Have Eyes” ist nicht nur besser als das Original, sondern setzte 2006 einen Maßstab für das Terrorkino. Aja hats einfach drauf!

Empfehlenswert für Halloween: Wer auf stumpfes Torture Porn Gedöhns verzichten kann und sich nicht von unerträglicher Brutalität abschrecken lässt, bekommt mit The Hills Have Eyes das beste Remake der 2000er Jahre geboten, der nicht nur wegen der Vergewaltigungsszene für Furore sorgen wird!

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