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How To Make A Killing

von Sean Theumer

Es gibt Schauspieler, denen scheint aktuell die Sonne aus jeder Pore. Glen Powell ist zweifellos seit zwei Jahren der Mann der Stunde, der sich nach Top Gun: Maverick, Wo die Lüge hinfällt und Twisters kaum vor Angeboten retten kann. Doch wie das im schnelllebigen Hollywood-Geschäft so ist, folgt auf den kometenhaften Aufstieg oft die Phase der beliebig wirkenden Auftragswerke. How To Make A Killing ist leider genau das: Ein Film, der sich auf dem Charisma seines Hauptdarstellers ausruhen möchte, dabei aber völlig vergisst, dass ein grinsendes Gesicht noch kein stabiles Fundament für eine Thriller-Komödie baut.

Die Prämisse liest sich auf dem Papier eigentlich wie eine sichere Bank im Genre der schwarzen Komödien. Beckett Redfellow, dessen Mutter nach ihrer Teenieschwangerschaft aus dem milliardenschweren Imperium verstoßen wurde, merkt, dass er in der Erbfolge vorkommt. Doch um endlich reich zu werden muss er alle vor ihm stehenden Erben aus dem Weg räumen. Doch was Regie und Drehbuch hier abliefern, pendelt sich schnell bei einer biederen Belanglosigkeit ein, die man so nicht erwartet hätte. Das größte Problem von How To Make A Killing ist seine Identitätskrise. Für eine echte Komödie sind die Pointen viel zu stumpf und die Timing-Probleme in den Dialogen zu offensichtlich. Wenn der schwarze Humor zünden soll, wirkt er oft deplatziert oder – was noch schlimmer ist – schlichtweg uninspiriert. Man merkt dem Film in jeder Sekunde an, dass er gerne die Coolness eines frühen Guy Ritchie oder die Bissigkeit der Coen-Brüder hätte, aber am Ende eher wie eine blasse Kopie vom Reißbrett wirkt.

Besonders enttäuschend ist dabei ausgerechnet Glen Powell. Wer ihn in im fantastischen Hit Man von Richard Linklater gesehen hat, weiß, wie präzise er zwischen verschiedenen Nuancen wechseln kann. Hier jedoch bleibt er erstaunlich blass. Es wirkt fast so, als hätte Powell im Autopiloten agiert, ohne je wirklich eine tiefere Verbindung zu seiner Figur aufzubauen. Sein Spiel wirkt starr, die emotionale Fallhöhe seiner Rolle bleibt gegen null, wodurch auch der Thriller-Aspekt massiv leidet. Wo keine Gefahr spürbar ist und man nicht mit der Hauptfigur mitfiebert, da entsteht auch keine Spannung. Die Inszenierung der Thriller-Elemente ist zudem handwerkliche Hausmannskost ohne jegliche Dynamik; die Kameraarbeit bleibt funktional, aber völlig ohne eigene Vision oder visuelle Reize und selbst eine unerwartete Eskalation im Finale schafft es nicht Dynamik in das Geschehen zu bringen.

Wenn der Film versucht, die Daumenschrauben anzuziehen, verpufft die Wirkung in einer Aneinanderreihung von Genre-Versatzstücken, die man schon dutzendfach besser gesehen hat. Das Pacing zieht sich gerade im Mittelteil wie Kaugummi, während die vermeintlich cleveren Twists im Finale eher für ein müdes Lächeln als für echte Überraschung sorgen. Bei 105 Minuten sollte eigentlich kein Leerlauf durch zu viele Charaktere und Beziehungsdynamiken entstehen.

Man kommt nicht umhin, den Vergleich zum im Februar gestarteten No Other Choice zu ziehen. Bei einer fast identischen thematischen Ausrichtung (nur dass hier eben Konkurrenten der Stellenanzeige eines neuen Jobs um die Ecke gebracht werden müssen) zeigt dieser Film, wie man die Balance aus morbider Komik und Nervenkitzel hält. How To Make A Killing hingegen wirkt wie die Light-Variante, die niemand bestellt hat. Wer einen wirklich packenden Genre-Mix sucht, sollte sich das Geld für die Kinokarte sparen und auf den Heimkino-Release von No Other Choice warten. So bleibt am Ende ein Film, der weder Fleisch noch Fisch ist und trotz Starpower schneller in Vergessenheit geraten wird, als der Abspann durchgelaufen ist.

Regie: John Patton Ford
Drehbuch: John Patton Ford
Darsteller: Glenn Powell, Margaret Qualley, Jessica Henwick, Ed Harris, Topher Grace, Bill Camp
Score Composer: Emile Mosseri
Cinematographer: Todd Banhazl
Altersfreigabe: 12
Lauflänge: 105 Minuten
Erscheinungsjahr: 2026
Budget: 15.000.000$

Die Bildrechte obliegen dem Verleih ©Studiocanal Germany

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