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Thrash

von Sean Theumer

Thrash ist der neuste Ausflug von Tommy Wirkola, der hierzulande gestern (10.04) auf Netflix veröffentlicht wurde. Aufgekauft hat der Streaminganbieter den Film allerdings von Sony, was man direkt zu Beginn schon merkt. Das Production Value ist nämlich überraschend hochwertig, was sich angesichts der trashigen Prämisse nicht unbedingt erwarten ließ. Narrativ lässt sich Thrash nämlich wie Crawl nur halt mit Haien zusammenfassen.

Ein Hurricane rast auf einen kleinen beschaulichen Küstenort zu und bringt eine riesige Überflutung mit sich. Problematisch wird es jedoch für die Anwohner, da mit dem Wasser auch einige Bullenhaie in die Kleinstadt kommen und das Hochwasser nun das kleinste Problem ist. Also Haie statt Krokodile und eine zielgerichtete Inszenierung wie in Alexandra Ajas Schocker aus dem Jahr 2019. Thrash geht gerade mal 85 Minuten inklusive Abspann und lässt sich zu Beginn doch knapp 20 Minuten Zeit um die verschiedenen Charaktere, von denen es leider auch etwas zu viele gibt, vorzustellen und die jeweiligen Situationen zu etablieren.

Eine schwangere Frau, drei Waisenkinder im Haus der Pflegeeltern und und und. Die Motive sind aus allen Genrevertretern zusammengeklaut aber wenn es hier los geht, dann knallt es! Tommy Wirkola, der sonst bekannt ist für seine Splatterausflüge ins verschneite Norwegen, weiß genau wie er die Angriffe in Szene setzen. Die ersten Angriffe sind erstaunlich ruppig und dynamisch inszeniert, was sich glücklicherweise konsequent bis zum Ende durchsetzt. Wenn hier in Körper gebissen wird, spritzt es ordentlich und selbst die Haie sind solide animiert. Thrash kann sich von etwaigen Vertretern aus dem Hause Asylum abheben.

Leider plätschert der Film im letzten Drittel vor sich hin, gerade im Vergleich zu ersten Stunde was schade ist, denn so verpufft das Finale trotz Pointe. Zu viele verschiedene Schauplätze und Menschen bremsen das Tempo leider zu sehr aus. Letztendlich ist der Film bei Netflix deutlich besser aufgehoben, als im Kino wie es von Sony ursprünglich geplant war. Thrash ist ein kleiner Happen – kurzweilig und anspruchslos – der in geselliger Runde durchaus Spaß bringt, solange man sich nicht all zu viele Gedanken machen kann. Dank dynamischer Inszenierung und deftigem Splatter bleibt das schwache letzte Drittel und die Ideenlosigkeit nicht all zu sehr hängen. Solide Haifischflossensuppe.

Regie: Tommy Wirkola
Drehbuch: Tommy Wirkola
Darsteller: Phoebe Dynevor, Djimon Hounsou, Whitney Peak
Score Composer: Dominic Lewis, Daniel Futcher
Cinematographer: Denson Baker
Altersfreigabe: 16
Lauflänge: 86 Minuten
Erscheinungsjahr: 2026
Budget: Unbekannt

Die Bildrechte obliegen ©Netflix/Sony Pictures

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