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Die Abenteuer von Ichabod und Taddäus Kröte

31 Days of Fright – Tag 22

von Robin Längert

Zum Sonntag schalten wir einen geschmeidigen Gang runter und klingen die Woche mit einem familienfreundlichen Fright-Beitrag aus, der eine umso festlichere Halloween-Atmosphäre schöpft: Disneys Zeichentrickfilm Die Abenteuer von Ichabod und Taddäus Kröte.

Der 1949 erschiene Episodenfilm ist eine Adaption zweier Literaturklassiker: Kenneth Grahames Der Wind in den Weiden von 1908 und Washington Irvings Sleepy Hollow von 1820. Ähnlich, wie Nightmare Before Christmas, ist dieser etwas zweiklassig betätschelte Disneyfilm ein zugleich gedoppelter Feiertagsfilm. Während die erste Geschichte rund um die finanzielle und existenzielle Misere des wohlhabenden Taddäus Kröte zu den Weihnachtsfeiertagen handelt, ist die zweite Geschichte mit einem Halloween-ähnlichen Gewand bestückt. Dort wird ein schrulliger Schullehrer nach einem Abendball vom Kopflosen Reiter heimgesucht.

Wie so viele alte Disneyfilme geht auch dieser deutlich direkter und furchtloser mit seinen düsteren Elementen um. Die Verfilmung von Irvings Sleepy Hollow findet dabei begeisternde Visualisierungen für die eigentlich nicht-kinderfreundliche Vorlage. Überdrehte Slapstickeinlagen, wie sie zu Cartoons jener Zeit typisch waren, überdecken dabei die Horrorgeschichte ohne seine charismatische Atmosphäre zu verlieren. Dass Irvings Kurzgeschichte dafür keinerlei Ausschmückungen, Vertiefungen oder inhaltliche Fortsetzungen erhält, bringt selbstverständlich ein recht kurzes Filmerlebnis mit sich. Umso glücklicher dürfen sich Fans (wie ich) mit Tim Burtons Verfilmung schätzen, der der gleichermaßen dünnen literarischen Vorlage einen deutlich größeren Rahmen verpasst. Den TV-Film mit Jeff Goldblum aus dem Jahr 1980 und die TV-Serie aus den Jahren 2013-2017 können wir getrost bei Seite lassen, auch wenn diese im Einzelnen ihre Stärken besitzen.

Für mich persönlich war Die Abenteuer von Ichabod und Taddäus Kröte ein sehr, sehr früher Einstieg in die Faszination für Gruselgeschichten. Die Kurzgeschichte von Irving, sowie andere seiner Erzählungen lese ich fast jedes Jahr aufs Neue zur Halloweenzeit – sowie auch in diesem Jahr. Darum hat dieser Film einen ganz besonderen Platz in meinem Filmherzen.

Empfehlenswert für Halloween, weil die überdrehte, fantasievolle Visualisierung von der Sage von Sleepy Hollow noch immer mit Charme und Spuk begeistert. Eine äußerst unterhaltsame, zeitlose Halloween-Empfehlung für junge Familien und junggebliebene Horrorfans.

Alle Bildrechte obliegen dem Verleih ©Disney.

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