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The Black Phone

von Sean Theumer

Scott Derrickson hat mit Sinister einen der besten Horrorfilme der letzten Jahre geschaffen und dachte sich in diesem Jahr wieder einen schweißtreibenden Horrorthriller auf Leinwände loszulassen. Da muss sich schon fast bei Disney bedanken, dass sie sich von ihm aufgrund von kreativer Differenzen bei Doctor Strange 2 getrennt haben. Denn was wäre ein finsterer Horrorfilm schon im kinderfreundlichen MCU? 

Mit Ethan Hawke im Gepäck geht es diesmal in die 80er in dem ein Kindermörder sein Unwesen treibt. Eine Sache findet in The Black Phone als recycelter Schweißtreiber wieder seinen Platz. Super 8 Aufnahmen, die die düstere Stimmung unterstützen und zum schmutzigen Look beitragen. Doch gibt es neben Ethan Hawke und dreckigen 8mm Bilder noch etwas, dass The Black Phone zu einem Highlight machen?

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Nein, aber braucht es manchmal als einen kurzweiligen brutal intensiven Horrorfilm? The Black Phone reißt sicherlich viele Themen an, wie Kindesmisshandlung, stereotypische Streitigkeiten unter Jugendlichen oder die starke Bindung zwischen Geschwister, aber diese wirken eher wie kleine Giveaways. Insbesondere letzteres weil sich die übernatürliche Fügung, welche die Handlung beschäftigt keinerlei Ursache hat und so hingenommen werden muss und weil sie so eigentlich nichts zur wirklichen Problemlösung beiträgt. Der Fakt, dass ein Junge über ein Telefon mit Geistern sprechen kann und seine Schwester Visionen hat muss man als Zuschauer einfach hinnehmen.

Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass The Black Phone ein verdammter effizienter Film ist. Derrickson beherrscht sein Handwerk und weiß genau welche Knöpfe zu welcher Zeit gedrückt werden müssen. In Sinister wurdet ihr noch von brutalen Jump-Scares in die Ecke getrieben, hier sind die lauten Effekte brutal reduziert. Genauer gesagt, lassen die sich an einer Hand zählen, was der Spannung keine Entladung gibt. Hier wird minutenlang mit bestem Terror ein Nervositätsgefühl ausgebaut, welches einfach nicht abebbt. Grund dafür ist das diabolische Schauspiel von Ethan Hawke als The Grabber mit den Masken von Tom Savini.

Abgesehen davon ist es erfrischend, wieder eine originelle Idee im Horrorkino zu sehen, fernab von Conjuring Spin-Offs oder gescheiterten Remakes, auch wenn The Black Phone bei weitem nicht als Klassiker eingehen wird. Aber manchmal sind 100 Minuten Fingernägel knabbern auch keine schlechte Angelegenheit, gerade wenn sie überraschenderweise von Jason Blum produziert wird. Wer mit Sinister seinen Spaß hatte, wird auch mit dem neuesten Streich von Scott Derrickson seinen Zeitvertreib finden. Abgesehen von wenigen Aussetzern (die Rolle von James Ransone) ein absolut intensiver und packender Thriller.

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Regie: Scott Derrickson
Drehbuch: Scott Derrickson, C. Robert Cargill 
Darsteller: Ethan Hawke, Mason Thames, Madeleine McGraw, James Ransone
Score Composer: Mark Korven
Cinematographer: Brett Jutkiewicz
Altersfreigabe: 16
Lauflänge: 103 Minuten
Erscheinungsjahr: 2021
Budget: 18.000.000$
Box-Office: 157.200.000$

Die Bildrechte obliegen dem Verleih ©Universal Pictures

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