American Ultra

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Regisseur Nima Nourizadeh, der zuletzt mit Project X im Jahre 2011 den Alkoholkonsum brachial abfeierte, feiert auch in seinem neuesten Werk eine Sache gehörig ab. Gewalt. Jesse Eisenberg als bekloppt kiffenden Geheimagenten, was ihm selbstverständlich nicht gewiss ist bis er zwei Leute mit einem Löffel und einer Terrine umbringt, zu besetzen verspricht jede Menge Spaß. Doch es fällt gleich zu Beginn auf, dass „American Ultra“ sich nicht ganz schlüssig wird, welches Genre er eigentlich bedienen will, denn der Ablauf besteht aus brutaler Action, romantischer Liebesgeschichte und brachialer Kifferkomik. Das stört manchmal, wenn der Film in seinen ruhigen Momenten seine extreme Gewalt in Frage stellt, nur um  danach Kifferjokes abzufeiern und Menschen direkt danach den Schädel gespalten bekommen. Wer hier jedoch Sinn und Logik anwenden will, ist nicht gut beraten.

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Zwar ist es wirklich schade, wie viel Potenzial mit der unausgegorenen Mischung und der partiell fehlenden Dynamik verschwendet wird, allerdings macht das den Film nicht weniger unterhaltsam. Wenn sich Jesse Eisenberg verpeilt durch den Film schleppt und plötzlich nach einem Kampf sagt „Irgendetwas sehr seltsames passiert mit mir. Ich bringe ständig Leute um. Vielleicht bin ich ja ein Roboter“ ist man auch als Zuschauer endlich im Rausch angekommen und wird von „American Ultra“ bestens unterhalten. Die Kameraführung ist (besonders im Finale) toll, die Action kommt wohl dosiert und mit brachialer Härte, die Liebesgeschichte zwischen Mike und Phoebe ist romantisch und die Komik kommt mit ihrer hanftastischen Wirkung völlig unerwartet auf ganz anderen Ebenen. Getrieben von seinem sympathischen Leinwandduo Eisenberg & Stewart, dem herrlich karikierten Auftreten von Topher Grace und etlichen Nebendarstellern (Walton Goggins als durchgeknallter Kontrahent, John Leguizamo als Ticker). Wer einfach 96 Minuten abschalten möchte, sein Hirn auf Sparflamme setzt, Filme wie Ananas Express aufgrund deren Infantilität abfeiert und auch Gewaltspitzen erträgt, sollte einen Blick riskieren, denn trotz offensichtlicher Schwächen ist diese gewaltgeile Romantik-Komödie nicht nur unterhaltsam as fuck, sondern auch einfach nur hanftastisch blöd, wie bereits erwähnt. Der Blick lohnt sich allerdings auch schon für das Outfit von Jesse Eisenberg.

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