Aus unerfindlichen Gründen

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Aron ist schon ein echter Unglückswurm. Arbeitslos und von seiner Freundin verlassen bucht er während eines Ausflugs in die Welt von Heineken ein Flugticket nach Portugal. Und plötzlich scheint sein Leben sich zu wandeln …

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Gábor Reisz ist ein Name, der in Zukunft wohl noch häufiger auf Kinoplakaten zu sehen sein dürfte. Der Regisseur absolvierte mit „Aus unerfindlichen Gründen“ sein cineastisches Debüt, und bereicherte damit die Filmindustrie eines Landes, das in erster Linie für andere Dinge als Leinwandeskapismus bekannt ist. Reisz beschäftigt sich in seinem Debütfilm mit einem jungen Mann, dessen ganzer Lebensinhalt scheinbar aus Unglück besteht. Einsam und verlassen irrt er durch ein Leben, das scheinbar keinen Sinn beinhaltet. Seine Freunde, erfolgreich, verheiratet, glücklich, betrachtet er nur oberflächlich als solche, den Grund ihrer aller Freundschaft versteht er jedoch nicht. So taumelt Aron also durchs Leben, einem Ziel hinterher, das er nicht kennt. Die dabei eingesetzte Handkamera und der billige Look des Filmes sorgen für ein Gefühl der Trance. Somit kommt es dem Zuschauer so vor, als taumele er zusammen mit Aron. Daraus resultiert eine tiefe, emotionale Bindung des Zuschauers zum Protagonisten und obendrein eine dafür notwendige Authentizität. „Aus unerfindlichen Gründen“ drückt zwar in keiner Szene auf die Tränendrüse, dennoch erwärmt sich das Herz des Zuschauers durch tolle Musik und eine sehr berührende Musicaleinlage über das Thema Leben. Doch trotz der ernsten, teils wahrhaft deprimierenden Thematiken ist Gábor Reisz Film humorvoll und locker inszeniert, in einer gewissen Weise unbekümmert. „Aus unerfindlichen Gründen“ ist also ein wahnsinnig lebensnahes, innerlich emotional berührendes Werk aus Ungarn von einem Regisseur, der in nächster Zeit garantiert noch einige weitere sehenswerte Projekte veröffentlichen wird. Daumen hoch!

 

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