Avengers: Age of Ultron

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Als die Avengers im Jahre 2012 den Rekord für das umsatzstärkste Startwochende erzielte, und dementsprechend auch vergleichsweise schnell die Milliarde im Sack hatte, war klar dass Marvels Vorzeigekommerz einen weiteren Teil spendiert bekommt. Umsatzstark war es auch dieses Mal, nur qualitativ deutlich schlechter.

Während in Teil 1 die Inszenierung trotz 141 Minuten Laufzeit deutlich überstrapaziert war, bekamen die Helden dennoch eine kurze Zeit für sich allein und verschwammen nicht in purer Blassheit. Schlimm war das nicht, denn der Fokus lag auf bombastischer Action, die der Film zuhauf präsentierte. In der Fortsetzung jedoch denkt man sich, dass es günstig ist, den Ablauf und die Laufzeit des Vorgängers zu kopieren und einfach eine Fortsetzung nach klassischem Muster bietet. Noch größere (und besonders) längere Action, noch mehr Charaktere und noch temporeicher. Dadurch erfüllt der Film jedoch nicht das Kriterium der reinen Unterhaltung, da kaum ein Charakter noch eine Szene allein spendiert bekommt und die Irrelevanz durch die Masse noch mehr getoppt wird. Da gibt es einen Andy Serkis, der keine große Rolle spielt und genau so schnell verschwindet wie er erschienen ist, Charakterentwicklungen die banal wie Kanonenfutter (im wahrsten Sinne des Wortes) wirken und einen Antagonisten, der  nach einer interessanten düsteren Szene jedoch schnell zum Clown deklariert wird. Auch die Action strengt an.

Bereits zu Beginn überfordert der Film seinen Zuschauer durch eine unübersichtliche und hektische Action-Sequenz die fast noch unechter wirkt als das letzte Hobbit Debakel, während man danach immer weiter versucht noch einen draufzusetzen. Da leider irgendwann das Budget aufgebraucht war verschiebt man das Finale einfach nach Osteuropa und präsentiert lediglich ein ermüdendes CGI-Feuerwerk. Dennoch bietet “Avengers 2” Spektakel, denn wenn sich Hulk mit Iron Man durch eine ganz Hochhäuserfassade kloppt unterhält das schon mächtig. Überwiegend wird man jedoch mit purer Reizüberflutung konfrontiert, an der selbst die passende Chemie des Teams nichts verhindern kann. Euphorisch wird man  nicht, da man entweder wegen dem Spektakel staunt oder sich am liebsten übergeben mag wegen der Überladung und den streckenweise ekelhaften Special Effects.

Ganz nach dem Motto “Masse statt Klasse” spart Marvel wiedermals an Charakterentwicklung oder dem Versuch seinen Helden Profil zu geben und versucht den Fanboyservice mit “fetter Action” zu befriedigen. Richtig zu funktionen scheint dies allerdings auch nur bei diesen, denn sonst wären die Wertungen auf diversen Seiten nicht so enorm überdurschnittlich. Gute Ansätze (Farm, Traumsequenzen) werden ignorant mit Bombast ausgekontert, dass sich beim Zuschauer spätestens nach der dritten überlangen Schauplatzdestruktion die blanke Ermüdung einstellt. Meh.

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