Backtrack

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Schon lange hat man Adrien Brody nicht mehr im Kino gesehen, geschweige denn in A-Produktionen. Letzte Woche erschien hier zu Lande eine weitere Direct to DVD Produktion mit ihm, in der er jedoch erneut beweist, dass die Abstinenz nicht an seinen darstellerischen Fähigkeiten liegt. Backtrack versucht verschiedene Genre wie Mystery, Horror und etwas Suspense gemeinsam unter einen Hut zu bringen und schafft es dabei jedoch nicht, sich von anderen Produktionen abzuheben.

Im Gegenteil, Peter (Adrien Brody) sieht tote Menschen und wird von einem Geist seiner Vergangenheit konfrontiert. Seine Tochter Evie kam bei einem Verkehrsunfall ums Leben und plötzlich ist ein ein mysteriöses Mädchen namens Elizabeth Valentine, deren Initialen verdächtig nach Evie klingen. Die Fälle, bei dem Peter Geistererscheinungen wahrnimmt häufen sich, doch niemand glaubt ihm. Sein Mentor Duncan glaubt, alles sei nur eine Manifestation, da er noch nicht bereit ist mit dem Tod seiner Tochter abzuschließen. Peter sucht den Ursprung in seiner Heimatstadt auf, bei dem wir als Zuschauer erfahren, dass er in seiner Jugend in eine Zugentgleisung verwickelt war.

Soweit so gut, solang sich Backtrack auf Mystery fokussiert schafft es Regisseur Michael Petroni eine angenehme Atmosphäre aufzubauen und kann in der Inszenierung sogar für kleinere Überraschungen und Wendungen sorgen. Als Zuschauer sehen wir beide Unfälle, den Tod der Tochter und die Entgleisung, mehrere Male, wobei sich mit jedem erneuten Sichten ein weiteres Detail offenbart. Nachdem sich jedoch der eigentlich Twist offenbart hat, driftet das Szenario in ein völlig überladenes Finale ab, bei dem das schmale Budget von 8 Millionen Dollar zur Geltung kommt. Der Plot wird vorhersehbar, doch das ist nicht das einzige Problem. Durch die Verbindung mehrere Genre entsteht eine halbgare Mischung aus Klischees und dysfunktionaler Kombination. Wann immer der Mysterypart sein übriges tut, kommt ein überlauter Jump-Scare daher, der abgesehen davon, dass er die Atmosphäre versaut, einfach nur frustriert. Auch ein überdurchschnittlicher Darsteller kann nichts an einem Film reißen, wenn das Drehbuch nichts hergibt. Und das Drehbuch verliert sich lieber in konventionellem Spuk und Effekthascherei, anstatt eine ruhige Inszenierung zu wählen.

Seine stärksten Momente hat Backtrack nämlich genau dann, wenn er versucht seine Geschichte mit einer konsequent angespannten Atmosphäre zu erzählen. Am Ende bleibt jedoch der Eindruck, als hätte man diese Geschichte abgewandelt bereits gesehen. Ein wenig mehr Mut und weniger penetrante Jump-Scares hätten aus „Backtrack“ einen spannenden und überdurschnittlichen Mysterythriller gemacht! Guckbar ist das Endergebnis, nur sollte man gelegentlich die Lautstärke verringern.

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