Die Fürsten der Dunkelheit

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Was wäre das Fest des Schreckens ohne den Horror-Altmeister John Carpenter. Dass er jenen Tag ebenso liebt wie wir, hielt er in seiner Filmographie bereits sehr früh mit seinem Klassiker Halloween – Die Nacht des Grauens fest. Von dort an inszenierte er eine Reihe an hochqualitativer, atmosphärischer Horrorstreifen, die er (fast) allesamt mit seinen eigenen, unverwechselbaren Kompositionen untermalte. Doch irgendwann kann selbst auch ein Altmeister schwächeln.

Für Die Fürsten der Dunkelheit engagierte Carpenter das erste Mal seit Halloween Dr. Loomis-Darsteller Donald Pleasence, der in diesem Fantasy-Splatter einen über böse Mächte predigenden Pastor spielt. Um ihn herum ist eine Gruppe von Physikstudenten zu sehen, die gemeinsam mit ihrem Professor in eine Kirche geholt werden, um den beängstigend seltsamen Umständen vor Ort auf den Grund zu gehen. Was sie dort letztlich erwarten, ist eine bevorstehende Begegnung mit Satan, dem Anti-Gott, höchstpersönlich.

Der Plot verspricht einen herzbluttriefenden Horror-Spaß, wie er nicht besser von Carpenter kommen könnte. Durchaus weckt die erste halbe Stunde großes Interesse an die Vielfältigkeit der Geschichte, die die biblische Erzählung um Jesus ebenso amüsant neuinterpretiert wie manch ein physikalisches Grundgesetzt. Schnitt und Musik stimmen ebenso auf die dichte Atmosphäre des Filmes ein, dessen Künste bereits im Intro präsentiert werden. Alles in allem macht Die Fürsten der Dunkelheit bis dahin einen großen Spaß.

Zu Zeiten von zahlreichen Slasher-Franchises, wie Freitag der 13. oder Nightmare on Elm Street, resultiert die Adaptierung und damit verbundene Abnutzungsgefahr von sterbenden Teenies/Studenten wohl eine Art Belanglosigkeit. Wird in diesem Zusammenhang nicht genug mit dem Genre und seinen Mitteln gespielt, um schließlich altbekannte Muster auf niedrigster Stufe aufzuwärmen, vergeht auch irgendwann der anfängliche Spaß eines Carpenter-Films. Anders ist es mit Die Fürsten der Dunkelheit nicht, der am Ende einem stehen gelassenen, vergessenen und abgekühltem Kaffee gleicht. Da bleibt Carpenter nichts anderes als die Wahl für einen gezuckerten Eiskaffee, um, wie man es nicht anders von ihm kennt, einen besseren Schluss als erwartet abzuliefern.

Empfehlenswert für Halloween, weil Carpenter seit eh und je im Pflichtprogramm der Halloween-Abende steht. Zwar gehört dieser Vertreter leider zu seinen schlechtesten, doch machen Soundtrack und Grundstory, nicht zu vergessen die Splatter-Elemente, durchaus Laune.

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