Die Unfassbaren 2

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„Now You See Me“, das war 2013 das, was man einen Überraschungserfolg nennen könnte. Louis Leterrier fertigte auf Grundlage eines trickreichen Drehbuchs ein Hochglanz-Capermovie, durch und durch Hollywood-Unterhaltung – wie sollte es auch anders sein, war doch Roberto Orci einer der Produzenten, die auch für den nun erscheinenden Nachfolger zurückkehrten.

Bei der guten Bilanz, die der erste Teil vorweisen konnte, war „Die Unfassbaren 2“ natürlich obligat, die bereits bekannte Darstellerriege erhält mit Daniel Radcliffe exzentrisch-kauzigen Zuwachs, sonst sind wieder alle mit von der Partie. Die vier Reiter, durch innere Differenzen belastet, werde nach einem gescheiterten Coup angeheuert, um einen Mikrochip für den totgeglaubten Walter Mabry zu stehlen, während Dylan Rhodes (Mark Ruffalo), der FBI-Maulwurf der Magiertruppe, Probleme hat, seine Tarnung aufrechtzuerhalten.

In der durch MacGuffin-Einsatz initiierten Handlung sind die Momente, in denen die scheinbar magischen Tricks und Illusionen eingesetzt werden, tatsächlich die besten. Besonders die Szene in einem chinesischen Hochsicherheitsraum, in dem das Personal mit Kartentricks überlistet wird, hat es spannungsmäßig in sich, das Kino selbst als große Illusion kommt uns hier greifbar nahe, da hier die schon zu oft abgespulten Heist-Abläufe mit intelligentem Spektakel im kleinen Rahmen aufgelockert werden.

Sonst kann „Die Unfassbaren 2“ den Anschein einer weiteren unnötig-überstürzten Fortsetzung nicht loswerden. Der im Vergleich zum sehr auf Dynamik getrimmten ersten Teil konventionell inszenierte Film leidet unter den Darstellern. Zwar macht Jesse Eisenberg eine gute Figur, der von Lizzy Caplan verkörperte Charakter Lula könnte jedoch nerviger nicht sein und verdirbt ganze Szenen durch peinliche Einwürfe. Und, nun ja, man kann sagen, was man will: Morgan Freeman ist sicher ein Schauspieler, der seinen Weltruhm verdient, aber seine jetzt schon x-mal wiederholte Rolle ist zum Klischee geworden. Das und die (Über-)Konstruktion des Plots, der von Enthüllung zu Enthüllung getrieben und zur ständigen Twist-Selbstüberbietung gezwungen wird, tragen nicht gerade dazu bei, aus „Die Unfassbaren 2“ einen unvorhersehbaren und verblüffenden Film zu machen.

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