Shades of Decadencia

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Als die junge Anabel auf den mysteriösen, aber charmanten Geschäftsmann Oscar trifft, entwickelt sich die anfängliche Romanze schnell zu einem perfiden sexuellen Spiel des Geschäftsmannes.

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Mit „Shades of Decadencia“ erschien vor wenigen Tagen ein weiterer Film des in den letzten Jahren sehr populär gewordenen Genres des Erotikthrillers. Dieser mexikanische Genrebeitrag wird vom Verleiher selbst als „das, was Fifty Shades of Grey hätte sein sollen“ beschrieben, doch kann diese Aussage auch von anderen bestätigt und unterschrieben werden?

Die Antwort lautet dabei ganz klar; nein. „Shades of Decadencia“ gibt sich nach außen hin wie ein stilistisch betörender Film im Stile von Nicolas Winding Refn, unterscheidet sich im Kern jedoch wenig bis gar nicht von der kommerziell erfolgreichen Verfilmung des Romans nach E. L. James. „Shades of Decadencia“ kommt erschreckend einfallslos daher, präsentiert dem Zuschauer Sexszene um Sexszene, ohne dabei auch nur einen Funken Erotik zu versprühen. Man merkt, dass das Werk versucht, die erotischen Thematiken und Szenerien von Eyes Wide Shut nachzuahmen, deren mysteriöse Art und die Ästhetisierung des Maskenballes aufzugreifen, scheitert daran kläglich, weil er im Gegensatz zu Kubricks letztem Werk vollkommen inhaltslos und frei von jeglicher Cleverness ist.

„Cleverness“ ist ein gutes Stichwort, denn diese steckt nicht einmal in den Charakteren. Die schlechte und deutliche Überzeichnung derer lässt jeden, insbesondere die Protagonistin wie ein einfältiges Schulkind wirken, dass lediglich aus ihrer Rolle schlüpfen darf als es die peinliche, von Pathos triefende Botschaft des Filmes überbringt, die nebenbei so klingt, als würde sie von einem Blatt Papier abgelesen werden. Auf den frauenfeindlichen Ton, den „Shades of Decadencia“ anschlägt möchte man an dieser Stelle gar nicht näher eingehen.

„Shades of Decadencia“ ist eine anderthalbstündige Sexorgie ohne jeglichen Sinn und Verstand. Die Behauptung, besser als „Fifty Shades of Grey“ zu sein kann dieser Film nicht bestätigen. Man möge doch bitte, wenn man schon einen visuell beeindruckenden Erotikthriller sehen möchte, doch lieber auf „Eyes Wide Shut“ zurückgreifen.

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