Term Life

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Wie jedes Unternehmen, das auch nur im geringsten Ansatz etwas mit Unterhaltung zu tun hat, gründete die „World Wrestling Entertainment, Inc“ ein eigenes Tochterunternehmen zur Produktion von Spielfilmen, das als „WWE Studios“ u. a. für Anti-Perlen wie „Leprechaun: Origins“ verantwortlich zeichnete; „Term Life“, am 3. November erschienen, ist ebenfalls eine Koproduktion, an der die Schmiede beteiligt war.

Vince Vaughn und Hailee Steinfeld spielen Vater und Tochter, deren Beziehung durch kriminelle Verstrickungen väterlicherseits auf die Probe gestellt wird. Vaughn scheint das Projekt, eine Graphic Novel-Verfilmung, Freude gemacht zu haben (er produzierte auch). Leider bleibt er, soviel Mühe er sich auch gibt, blass, wie auch die Handlung die ganze Zeit über unschlüssig und unlogisch bleibt. Nicht mal das Voice Over und ein Nebencharakter, der nur als Informationszulieferer eine Existenzberechtigung hat – Jonathan „Breaking Bad“ Banks spielt mit einem „erfahrenen Gangster“ eher einen einfachen Telefonisten – bringen Licht ins Dunkel. Da fragt man sich doch, woraus die Inszenierung noch schöpfen will.

Vater-Tochter-Beziehungen gehen gut im Actionkino der Gegenwart, man muss nur einen Blick auf das „Taken“-Franchise werfen, das Liam Neeson vom profilierten Charakterdarsteller zum abgehalfterten Haudrauf-Berufsvater gewandelt hat; auch diese hier in „Term Life“ macht ab und zu Spaß, wird aber oft genug von verunglückten Dialogen wieder diskreditiert. Während des Sehens erscheinen Erinnerungen an einen deutlich besseren diesjährigen Film wie eine Fata Morgana am Horizont: an „Triple 9“ muss man denken, der eine ganz ähnliche Stadtwelt erschuf – auch wenn „Term Life“ danach hauptsächlich aus Warten und Verstecken in einem neuenglischen Nest besteht.

Dann fällt es einem ein: „3 Days to Kill“, ein – sanft artikuliert – seltsamer Film, der für „Term Life“ Modell gestanden haben muss. „Term Life“ ist sogar noch blasser, wie ein falscher Geldschein. Vince Vaughn, soviel muss man gestehen, passt aber gut ins Actiongenre. Seine etwas andere Präsenz und der merkliche Spaß an der Sache machen Lust auf mehr.

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