The Nice Guys

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Zwei verpeilte Privatdetektive, ein verschwundenes Mädchen, ein Pornoring, jede Menge Alkohol und Ermittlungen unter Drogeneinfluss wäre der perfekte Zusatztitel für The Nice Guys gewesen. Letztes Jahr entspannte Paul Thomas Anderson mit „Inherent Vice“ seine Zuschauer, indem er chillige Noir mit Skurrilitäten mischte und seine Dope-Liebes-Krimi-Mär mit tollem Darstellern inszenierte. Shane Blacks Buddykomödie ist sicherlich weit weit entfernt von solcher Filmkunst, lässt sich allerdings prima als abgespeckte Fusionierung von „Inherent Vice“ und „Lethal Weapon“ beschreiben. Dabei lebt der Film von seinem tollem Darstellerduo und der entspannten 70er Jahre Atmosphäre. Ryan Gosling als alkoholsüchtiger verpeilter Privatdetektiv und Russel Crowe als grober Ex-Alkoholiker ergänzen sich perfekt und schaffen es so einige marginale Mängel zu überdecken. The Nice Guys bedient sich nämlich viel zu oft an plattem Humor (bietet allerdings auch genug gelungenen Brachialhumor), bei dem auch viel Charme verloren geht.

Denn abgesehen von seinen beiden Protagonisten, einigen exzellent witzigen Szenen (Swimmingpool bei der Pornogala, Fliegenvision im Auto) versucht Shane Black seine Figuren oftmals als verkrachte Existenzen darzustellen, nur um sie direkt im nächsten Moment wieder Gewalt anwenden zu lassen oder in den Alkoholkonsum zu stürzen, während sie mit aufgesetzter Coolness handeln. Mit seinen 116 Minuten ist „The Nice Guys“ auch deutlich überkonstruiert, denn besonders nach der bereits erwähnten Poolszene bei circa einer Stunde Laufzeit, konzentriert sich der Film überwiegend auf die Vater-Tochter Beziehung und die Charakterzüge und hat inhaltlich fast nichts mehr zu erzählen, auch wenn zum Finale nochmal ordentlich Gas gegeben wird.

In seinen stärksten Momenten erinnert „The Nice Guys“ jedoch an längst vergessene Zeiten und auch abseits seiner Fehler kann Shane Black für entschlackte Unterhaltung sorgen, bei der der Kinoantritt jedoch nochmal überdacht werden sollte. Die erhoffte Offenbarung ist nämlich nicht eingetreten. Einen solch entspannten Film genießt man am besten auf der Couch an einem verregneten Sonntag, am Ende ist man wahrscheinlich genau so planlos und durcheinander wie dieser Text.

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