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Die 10 besten Filme aus 2019 | Robin

von Robin Längert

Platz 4: Dragged Across Concrete von S. Craig Zahler

S. Craig Zahler ist seit Brawl in Cell Block 99 der wohlmöglich meist unterschätzte Regisseur Amerikas. Dragged Across Concrete bestätigt diese Aussage nicht nur, sondern unterstreicht sie zudem drei Mal fett. Es wirkt wie die kaltblütige Version von Heat, in der zu keiner Sekunde irgendwo Gande gefunden wird. Hier werden stetig neue Figuren mit äußert viel Ruhe eingeleitet, um sie später auf erbarmungslose und gewalttätige Art sterben zu lassen. Dieser kompromisslose Nihilismus ist dafür mit geschliffenen Dialogen und einer atmosphärischen Regie getarnt, die sich gerne in Details verliert, doch auf eine sehr positive Art. Denn wo zu Beginn der Alltag und die ruhigen Momente im Fokus liegen, wünscht man sich diese in der zweiten Filmhälfte sehnlichst zurück, wo es nur noch um das nackte Überleben geht. Es ist eine Schande, dass solch ein Film nicht in den deutschen Kinos lief (oder eine FSK 16-Freigabe bekommen hat statt dem roten Siegel), doch immerhin ist er seit August dieses Jahres für das Heimkino erhältlich.

Platz 3: Once Upon a Time in Hollywood von Quentin Tarantino

Der schwelgerische Trip in eine Zeit des Umbruchs könnte durchaus als Parallele zur Gegenwart genutzt werden. Doch Tarantino verweigert sich diesem und lebt stattdessen voll und ganz im damals – zumindest solange es die Erträglichkeit der Realität hergibt. Denn letzten Endes ist sein neunter Spielfilm (wie der Titel schon hergibt) ein Märchen. Ehe es zu dieser Feststellung kommt, durchleben wir als Zuschauer zwei Tage einer innigen Freundschaft, bei der der eine den Outlaw vor der Kamera spielt und der andere diesen personifiziert. Es ist eine traumhafte Verschmelzung von treibenden Dialogen, Zeitgeist, Wunschdenken und der puren Liebe zum Kino. Das mochte für einige zu ziellos wirken, doch es für mich die pure Erfüllung gewesen – ganz besonders bei der Zweitsichtung in 35mm, wo erst klar wird, wofür dieser Film speziell geschaffen ist.

Platz 2: Burning von Lee Chang-dong

Der zweite, südkoreanische Film in meiner Liste ist ein ganz außergewöhnlicher Kinofilm dieses Jahres. Burning erzählt eine geradlinige Geschichte über einen jungen, perspektivlosen Mann, der sich in eine Frau verliebt, die diese Liebe wenig bzw. nicht gut genug erwidert. Als dann noch ein weitere Mann dazukommt, gutaussehend und wohlhabend, fängt das Herz des Protagonisten an zu brennen, bis die junge Frau plötzlich spurlos verschwindet. Der Plot gleicht einem Hitchcock, ebenso wie die bahnbrechende Inszenierung. Denn wo man der Handlung leicht folgen kann, lässt Regisseur Lee immer ein paar Details aus. Irgendwas wird immer verschwiegen oder nicht gezeigt. Irgendetwas ist immer faul. Man fühl sich hintergangen, wie der Protagonist selbst, bis man schließlich das gesamte Gefühlswesen der Hauptfigur übernommen hat – mit all ihrem Herzschmerz. Es ist ein zweieinhalbstündiger Slowburner (Achtung, Wortwitz), der gesamt betrachtet ein in sich geschlossenes Meisterwerk bildet. FAST der beste Film des Jahres…

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